Galeria Braunschweig kämpft ums Überleben – Stadt sucht Rettungslösung vor Gerichtsentscheid
Galeria Braunschweig kämpft ums Überleben – Stadt sucht Rettungslösung vor Gerichtsentscheid
Die Zukunft des Kaufhauses Galeria Braunschweig steht auf der Kippe – die Schließung des traditionsreichen Warenhauses droht. Trotz schwarzer Zahlen und einer erstklassigen Innenstadtlage machen anhaltende Umstrukturierungen unter dem neuen Eigentümer XL Media Group, hohe Mietkosten und ungelöste Mietverträge die Zukunft ungewiss. Nun hat sich Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum eingeschaltet und alle Beteiligten aufgefordert, vor der für Anfang 2026 erwarteten Gerichtsentscheidung eine Lösung zu finden.
Die Probleme des Hauses reichen Jahre zurück: Seit fünf Jahren sinken Umsätze und Kundenzahlen. Mehrere Insolvenzen der Galeria-Kette – zuerst 2022, erneut 2024 – sowie die Nachwehen der COVID-19-Pandemie haben die Position weiter geschwächt. Zwar schreibt die Braunschweiger Filiale weiterhin schwarze Zahlen, doch die übergeordneten finanziellen Schwierigkeiten und rechtlichen Auseinandersetzungen gefährden ihr Überleben.
Für Kornblum hat die Rettung des Kaufhauses nun oberste Priorität. Bei einem jüngsten Treffen mit Galeria-Manager Hellenbock betonte er die Bereitschaft der Stadt, den Standort zu unterstützen – direkte finanzielle Hilfen sind jedoch rechtlich ausgeschlossen. Stattdessen konzentrieren sich die Gespräche darauf, das Warenhaus in die Pläne zur Belebung der Innenstadt einzubinden. Hellenbock hat die Anliegen inzwischen an die Landesregierung von Niedersachsen herangetragen, um weitere Lösungsansätze zu prüfen.
Auch Gerold Leppa, Wirtschaftsdezernent der Stadt, steht in Verhandlungen mit der Volksbank BRAWO, der Eigentümerin des Gebäudes. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister traf er sich mit dem Betriebsrat von Galeria, um die Sorgen der Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze zu thematisieren. Die Stadt signalisierte, alle rechtlich möglichen Optionen zu prüfen – vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt zu.
Braunschweig selbst entwickelt sich unterdessen weiter als attraktives Einkaufszentrum der Region: Mit Rekordzahlen bei Touristen und Millioneninvestitionen in Projekte wie die Stiftshöfe, das Haus der Musik oder den Hagenmarkt blüht die Stadt auf. Der Verlust der Galeria wäre dennoch ein herber Rückschlag für die lokale Einzelhandelslandschaft – trotz aller Fortschritte.
Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Kaufhauses liegt beim Gericht, das voraussichtlich Anfang 2026 urteilen wird. Die Stadt steht bereit, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu helfen, während Mitarbeiter und Kunden auf Klarheit warten. Bis dahin konzentrieren sich die Bemühungen auf die Verhandlungen zwischen Galeria, der Volksbank BRAWO und den kommunalen Verantwortlichen, um den Standort langfristig zu sichern.
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