AfD-Skandal: Abgeordnete stellt Familie in Bundestagsbüro ein – und fliegt raus

Niklas Müller
Niklas Müller
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Ein rotes Siegel mit der Aufschrift "Deutsches Reich" auf schwarzem Hintergrund.Niklas Müller

AfD in Niedersachsen im Bundestag will sich von Abgeordneter trennen - AfD-Skandal: Abgeordnete stellt Familie in Bundestagsbüro ein – und fliegt raus

Neue Vetternwirtschaft-Vorwürfe gegen die AfD: Abgeordnete stellt Lebenspartner und dessen Tochter in Bundestagsbüro ein

Die rechtspopulistische AfD steht erneut in der Kritik, nachdem eine Abgeordnete aus Niedersachsen ihren Lebenspartner und dessen Tochter in ihrem Bundestagsbüro beschäftigt haben soll. Der Skandal hat die Landespartei zu schnellem Handeln veranlasst – die betroffene Politikerin wurde bereits aus der Partei ausgeschlossen.

Im Mittelpunkt der Affäre steht Martina Uhr, AfD-Abgeordnete aus Niedersachsen. Der Landesverband bestätigte, dass sie sowohl ihren Lebenspartner als auch dessen Tochter in ihrem parlamentarischen Mitarbeiterstab angestellt hatte. Andreas Paul, Vorsitzender der niedersächsischen AfD-Fraktion, räumte die Vorwürfe der Vetternwirtschaft öffentlich ein.

Die Parteiführung auf Landesebene distanzierte sich umgehend von Uhr. Noch am Montag schloss sie die Politikerin aus dem Landesverband aus und forderte ihren sofortigen Rücktritt aus dem Bundestag. Als Frist setzten sie 24 Stunden – bei Nichteinhaltung drohe ein Antrag auf ihren Ausschluss aus der gesamten AfD-Bundestagsfraktion.

Bisher schweigt Uhr zu den Vorwürfen. Der Fall löst scharfe Reaktionen aus: Kritiker werten ihn als weiteres Beispiel für die Governance-Probleme der AfD, während Unterstützer die Vorwürfe als politisch motivierte Angriffe abtun. Anders als bei ähnlichen Skandalen in anderen Parteien – etwa bei CDU, SPD oder Grünen – hält die öffentliche Debatte und Medienaufmerksamkeit hier länger an.

Der niedersächsische AfD-Landesverband hat mit dem Parteiausschluss Uhrs und der Rücktrittsforderung konsequent gehandelt. Sollte sie nicht zurücktreten, will die Partei den Konflikt auf Bundesebene eskalieren lassen. Der Fall verstärkt die anhaltende Prüfung interner Praktiken und des öffentlichen Images der AfD.