Notfall-Herbizid gegen invasive Gelbe Zypergras-Segge auf 300.000 Hektar zugelassen

Niklas Müller
Niklas Müller
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Ein Maisfeld in ländlicher Umgebung, umgeben von Gras und Bäumen, mit Häusern im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.Niklas Müller

Notfall-Herbizid gegen invasive Gelbe Zypergras-Segge auf 300.000 Hektar zugelassen

Deutschland hat ein Notfall-Herbizid zur Bekämpfung der rasanten Ausbreitung der Gelben Zypergras-Segge genehmigt, eines invasiven Unkrauts, das Ernten bedroht. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erteilte eine 120-tägige Zulassung für Permit, ein Mittel, das bereits in den Vorjahren unter ähnlichen Notfallregelungen eingesetzt wurde. Das Unkraut bedeckt mittlerweile über 300.000 Hektar bundesweit, davon allein 250.000 Hektar in Niedersachsen.

Die Gelbe Zypergras-Segge breitet sich aggressiv unterirdisch über Triebe und Knollen aus und wird oft durch Landwirtschaftsmaschinen in neue Felder eingeschleppt. Sie befällt vor allem Reihenkulturen wie Mais und Kartoffeln und richtet bei ungehinderter Ausbreitung erhebliche Schäden an. Da sich das Unkraut wellenförmig ausdehnt, ist es ohne gezielte Maßnahmen nur schwer einzudämmen.

Die aktuelle BVL-Genehmigung erlaubt den Einsatz von Permit in einer Höchstmenge von 35 Gramm pro Hektar, aufgeteilt auf zwei Behandlungen in den Wachstumsstadien BBCH 14 und BBCH 16. Die Spritzungen müssen im Abstand von 7 bis 12 Tagen erfolgen. Aufgrund von Umweltschutzauflagen darf das Herbizid jedoch nicht auf drainierten Feldern angewendet werden.

Der Wirkstoff von Permit, Halosulfuron-methyl, wirkt systemisch, indem er über Blätter und Wurzeln in die Pflanzen eindringt. Er löst Chlorose, Nekrosen und gestörtes Wachstum bei befallenem Unkraut aus. Dr. Dirk Wolber rät, Permit mit einer Vorauflaufbehandlung zu kombinieren und bei Bedarf eine Nachauflaufanwendung anzuschließen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

In den vergangenen zwei Jahren wurden rund 45.000 Hektar der bundesweit 300.000 betroffenen Flächen unter Notfallzulassungen behandelt. In diesem Jahr stehen 3.500 Kilogramm des Herbizids zur Verfügung – ausreichend für bis zu 100.000 Hektar –, verglichen mit 1.050 Kilogramm für 30.000 Hektar im Jahr 2025.

Ziel der Notfallzulassung ist es, die weitere Ausbreitung der Gelben Zypergras-Segge auf deutschen Äckern einzudämmen. Landwirte müssen strenge Anwendungsvorschriften einhalten, darunter Zeitpläne und Feldbeschränkungen, um die Wirksamkeit zu maximieren. Ohne integrierte agronomische Maßnahmen könnte sich die Resistenz und Ausbreitung des Unkrauts fortsetzen und wichtige Kulturen weiter gefährden.

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