VW setzt auf radikale Umstrukturierung – doch Rivian-Partnerschaft stockt bereits

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Das Innere eines Volkswagen e-Golf, mit einem Lenkrad, Armaturenbrett, Bildschirmen, Knöpfen, Sitzen und Glastüren, mit Blick auf andere Autos, Gebäude, Bäume, Pfosten und den Himmel.Admin User

VW setzt auf radikale Umstrukturierung – doch Rivian-Partnerschaft stockt bereits

Volkswagen treibt eine umfassende Umstrukturierung voran, um zentrale Geschäftsbereiche an seinem Stammsitz in Wolfsburg zu bündeln. Mit dem Vorhaben sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt, Kosten gesenkt und die Entwicklung im Rahmen der Unternehmensstrategie bis 2030 vorangetrieben werden. Doch der Kurs könnte auf Widerstand bei Arbeitnehmervertretern und politischen Akteuren im Aufsichtsrat stoßen.

Die Veränderungen gehen einher mit einer neuen Partnerschaft mit dem US-Autobauer Rivian, die eine Investition von sechs Milliarden Dollar sowie ein Joint Venture zur gemeinsamen Entwicklung von Software und Fahrzeugplattformen umfasst. Allerdings stockt die Zusammenarbeit bereits in der Anfangsphase aufgrund technischer Hürden und unterschiedlicher regionaler Standards.

Die Zentralisierungsbestrebungen markieren einen tiefgreifenden Wandel in der Unternehmensführung von Volkswagen. Schlüsselfunktionen wie die Softwareentwicklung und das Plattformmanagement werden künftig von Wolfsburg aus gesteuert. Diese Neuausrichtung könnte das seit langem etablierte Mitbestimmungsmodell des Konzerns infrage stellen, bei dem Entscheidungen zwischen Management und Arbeitnehmervertretern ausgehandelt werden.

Der Aufsichtsrat, in dem sowohl Arbeitnehmer- als auch politische Vertreter sitzen, könnte den Plänen kritisch gegenüberstehen. Bereits frühere Vorstandsvorsitzende hatten mit der Balance zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung zu kämpfen – eine Debatte, die im Unternehmen weiterhin kontrovers diskutiert wird.

Parallel zur Umstrukturierung hat Volkswagen mit Rivian das Joint Venture RV Tech gegründet, das sich auf Software und Fahrzeugarchitekturen konzentriert. Im Rahmen der sechs Milliarden Dollar schweren Investition sichert sich Volkswagen einen 12-Prozent-Anteil an Rivian. Erste Meilensteine umfassten eine Demo der Software für das geplante Modell ID.1, dessen Markteinführung für 2027 vorgesehen ist. Doch Integrationsprobleme und Differenzen zwischen US-amerikanischen und EU-Standards bremsen die Fortschritte aus. Volkswagen-Ingenieure bezeichnen Rivians Software als eine Art "Blackbox", die weitere Eigenentwicklungen erfordert.

Zudem plant der Konzern die Entwicklung zweier separater Betriebssysteme – eines speziell für den chinesischen Markt und ein weiteres für den globalen Einsatz, beide in Kooperation mit Rivian. Diese Plattformen sollen künftige Modelle wie den Audi Q8 e-tron unterfüttern. Die aktuellen Verzögerungen verdeutlichen jedoch die Herausforderungen, die mit der Zusammenführung unterschiedlicher technischer Ansätze einhergehen.

Mit der Zentralisierung will Volkswagen Kosten sparen, Doppelstrukturen abbauen und Innovationen beschleunigen. Die Partnerschaft mit Rivian fügt dabei eine zusätzliche Komplexitätsebene hinzu, da technische Hindernisse und regionale Unterschiede als Stolpersteine wirken. Gelingen die Veränderungen, könnten sie die Art und Weise, wie der Konzern Fahrzeuge und Software entwickelt, in den kommenden Jahren neu definieren. Doch Widerstand aus dem Aufsichtsrat und anhaltende Integrationsschwierigkeiten dürften das Endergebnis maßgeblich prägen.

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