Giffey diskutiert mit Berliner Apothekerin über Löhne und Reformdruck in der Branche

Lina Huber
Lina Huber
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Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Postern an den Wänden und einer Straße unten.Lina Huber

Giffey diskutiert mit Berliner Apothekerin über Löhne und Reformdruck in der Branche

Franziska Giffey, Berlins Wirtschaftssenatorin, besucht Apotheke vor Ort

Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft, hat kürzlich eine lokale Apotheke besucht, um über drängende Branchenprobleme zu sprechen. Das Treffen in der Alten Kloster-Apotheke in Rudow drehte sich um Lohnfragen, anstehende Reformen und die finanzielle Belastung der Apotheken angesichts neuer Regelungen.

Giffey verbrachte eine Stunde in der Apotheke und tauschte sich mit der Inhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn über die Herausforderungen des Sektors aus. Ein zentrales Thema war die seit Langem überfällige Gebührenanpassung, die im Koalitionsvertrag versprochen wurde und die Apotheker:innen nun dringend einfordern.

Laurisch-Nehrkorn äußerte Bedenken hinsichtlich der geplanten Ausbildungsabgabe und warnte, diese würde den ohnehin schon unter Druck stehenden Apotheken zusätzliche Lasten aufbürden. Sie betonte zudem die Notwendigkeit höherer Löhne, um qualifizierte Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten (PTA) in ihren Jobs zu halten. Ein weiteres Problem sei die zunehmende Direktverteilung teurer Medikamente, die Apotheken aus der Lieferkette ausschließe.

Die Apothekerin lehnte auch Pläne ab, die Kompetenzen von PTA in Apotheken auszuweiten, da sie befürchtet, dass dies Drogerieketten den Einstieg in den verschreibungspflichtigen Medikamentenmarkt ermöglichen könnte. Zudem wurde über verbindliche Verhandlungsrechte für Apotheker:innen diskutiert – Laurisch-Nehrkorn forderte eigenständige Gebührenverhandlungen.

Nach dem Gespräch bedankte sich Giffey auf Instagram bei Laurisch-Nehrkorn für deren Engagement in der lokalen medizinischen Versorgung. Die Apothekerin erklärte später, sie habe das Gefühl, dass ihre Anliegen ernst genommen wurden, und verwies auf Giffeys Zusage, diese mit Berlins Gesundheitssenatorin zu besprechen.

Der Besuch unterstrich die anhaltenden Spannungen bei der Finanzierung und Personalsituation von Apotheken. Giffeys Engagement deutet darauf hin, dass die Themen nun stärker in den politischen Fokus rücken könnten. Unterdessen warten Apotheker:innen auf konkrete Schritte bei der Gebührenanpassung und Lohnerhöhung.