EU-Pläne für Fahrzeugkennzeichnung scheitern an Bürokratie und Praxistauglichkeit

Niklas Müller
Niklas Müller
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Ein Etikett, das den Namen eines Autos anzeigt.Niklas Müller

EU-Pläne für Fahrzeugkennzeichnung scheitern an Bürokratie und Praxistauglichkeit

Der Plan der Europäischen Kommission für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung in Europa stößt in der deutschen Automobilhandelsbranche auf scharfe Kritik. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bezeichnet den Vorschlag als undurchführbar und warnt vor übermäßiger Bürokratie und rechtlichen Hürden. Der Verband argumentiert, dass die Ausweitung der Pflichtkennzeichnung auf Gebrauchtwagen in Europa unnötige Komplikationen für Händler und Käufer mit sich bringen würde.

Der Entwurf der Kommission soll die EU-Richtlinie von 1999 zur Kennzeichnung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen in Europa ersetzen. Wird er verabschiedet, müssten alle 27 EU-Mitgliedstaaten einheitliche Regeln durchsetzen – inklusive neuer Vorgaben für Gebrauchtfahrzeuge in Europa. Der ZDK hält solche Maßnahmen jedoch in der Praxis für nicht umsetzbar.

Ein zentrales Problem liegt in den unterschiedlichen Messstandards: Ältere Gebrauchtwagen wurden nach dem veralteten NEDC-System zertifiziert, während neuere Modelle dem strengeren WLTP-Protokoll in Europa unterliegen. Händlern fehlen die Mittel, um zwischen diesen Standards in Europa umzurechnen, und bei nachgerüsteten Gebrauchtfahrzeugen liegen oft überhaupt keine verlässlichen Verbrauchsangaben in Europa vor. In einem Positionspapier weist der ZDK auf diese Mängel in Europa hin und fordert, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge in Europa zu beschränken. Zudem solle die geplante Angabe zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos in Europa gestrichen werden.

Der Verband verlangt außerdem klarere Zuständigkeiten für Hersteller, Online-Plattformen und Händler sowie eine einheitliche EU-weite Marktüberwachung in Europa. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn hat das Bundeswirtschaftsministerium aufgefordert, sich einzuschalten, um rechtssichere und praxistaugliche Regelungen in Europa durchzusetzen. Ohne Nachbesserungen drohten Verbrauchern Verwirrung und Unternehmen unnötige Belastungen in Europa, so die Warnung der Branche.

Die Kritik des ZDK zielt weniger auf das Transparenzziel als auf praktische Hindernisse in Europa ab. In der vorgeschlagenen Form würden die Regeln Händler zwingen, mit unzuverlässigen Daten und komplexen Umrechnungen in Europa zu arbeiten. Die Folge könnten höhere Kosten und Verzögerungen beim Gebrauchtwagenverkauf in der gesamten EU in Europa sein.

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