Hamburgs US-Handel bricht 2025 um 60 Prozent ein – doch Europa bietet Rettung

Nico Keller
Nico Keller
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Ein Diagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "EU-Importe und Nicht-EU-Handel" und zwei Linien, einer blauen für Importe und einer roten für Exporte, die beide einen Anstieg über die Zeit zeigen.Nico Keller

Tschentscher kritisiert US-Handelspolitik - Hamburgs US-Handel bricht 2025 um 60 Prozent ein – doch Europa bietet Rettung

Hamburgs Handel mit den USA bricht 2025 drastisch ein

Im Jahr 2025 hat Hamburgs Handel mit den USA einen deutlichen Rückgang erlebt: Die Exporte sanken in den ersten neun Monaten um über 60 Prozent. Die Stadt führt diesen Einbruch auf die verschärfte Zollpolitik der USA unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump zurück. Gleichzeitig setzt Hamburg weiter auf eine Stärkung der globalen Handelsbeziehungen, feiert neue Abkommen und diversifiziert seine Märkte.

Beim traditionellen Matthiae-Mahl, das in diesem Jahr unter dem Motto 'Europas Souveränität im geopolitischen Wandel' stand, wurden die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, als Ehrengäste gewürdigt. Die Veranstaltung mit rund 400 Teilnehmenden unterstrich Hamburgs Engagement für den internationalen Handel angesichts wachsender wirtschaftlicher Herausforderungen.

Der starke Rückgang der US-Exporte folgt auf eine Phase erhöhter Zölle und Handelsbeschränkungen. Bürgermeister Peter Tschentscher kritisierte die unter Trumps Regierung eingeführten Maßnahmen offen als schädlich für den transatlantischen Handel. Lokale Unternehmen spüren die Auswirkungen: Der deutsche Nutzfahrzeugzulieferer SAF-Holland verzeichnete 2025 einen Umsatzrückgang von 8 Prozent – vor allem wegen schwacher Nachfrage in Amerika und Unsicherheiten durch die US-Zollpolitik.

Trotz dieses Rückschlags bleibt Hamburgs Gesamtbilanz im Handel robust. Die Stadt gleicht die Verluste auf dem US-Markt durch gestiegene Exporte in andere Regionen aus. Beobachter loben aktuelle Handelsabkommen wie das EU-Kanada-Abkommen (CETA), das Mercosur-Abkommen und eine neue Handelsvereinbarung mit Indien als wichtige Schritte zur Sicherung künftigen Wachstums.

Das Matthiae-Mahl, das seit 1356 ununterbrochen stattfindet und damit das älteste Bankett der Welt ist, betonte in diesem Jahr Hamburgs Haltung zur globalen Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stand Europas wirtschaftliche Eigenständigkeit in einer Zeit geopolitischer Umbrüche. Mit rund 400 Gästen unterstrich das Dinner die lange Tradition der Stadt, internationale Partnerschaften zu fördern.

Hamburgs Wirtschaft bleibt anfällig für globale Störungen – von geopolitischen Spannungen bis zu Instabilitäten in den Lieferketten. Dennoch sucht die Stadt aktiv nach neuen Märkten und stärkeren Allianzen, um ihre Abhängigkeit von einzelnen Handelspartnern zu verringern.

Die Handelszahlen Hamburgs für 2025 erzählen eine zwiespältige Geschichte: Während die Exporte in die USA dramatisch eingebrochen sind, stiegen die Gesamtausfuhren dank gestärkter Geschäfte in anderen Regionen. Mit frischen Abkommen und einer klaren Diversifizierungsstrategie will Hamburg seine Position im Welthandel festigen – trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten.