Apotheker protestiert gegen "ungerechte" Vergütung trotz Milliarden-Überschuss der Krankenkassen
Apotheker protestiert gegen "ungerechte" Vergütung trotz Milliarden-Überschuss der Krankenkassen
Ein Apotheker aus Niedersachsen hat das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem scharf kritisiert, nachdem dieses für das Jahr 2022 einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro ausgewiesen hat. Frank-Martin Welzig, Inhaber der Hils-Apotheke in Delligsen, bezeichnete die Situation als ungerecht und argumentierte, dass Apotheken für ihre Rolle bei der Erzeugung von Einsparungen nicht angemessen entschädigt würden.
Welzig wandte sich in einem Brief direkt an Gesundheitsministerin Nina Warken und äußerte seine Empörung über den Überschuss. Er behauptete, Apotheken hätten durch Rabattverträge maßgeblich zur Bildung dieser finanziellen Rücklagen beigetragen, erhielten jedoch kaum etwas dafür zurück. Die festgelegte Gebühr pro Rezept sei in den letzten Jahren nur minimal gestiegen – von 6,99 Euro im Jahr 2021 auf 7,85 Euro im Jahr 2025, mit jährlichen Anpassungen von lediglich 2 bis 4 Prozent, basierend auf dem ABDA-Apothekenindex.
Die Bundesapothekerkammer (ABDA) fordert nun eine grundlegende Reform. Sie verlangt eine Erhöhung der Gebühr auf mindestens 9 Euro pro Rezept sowie stärkere Anpassungen an Inflation und Personalkosten. Zudem schlägt der Verband vor, die Gebühr von den Rezeptmengen zu entkoppeln, um die Zukunft der Apotheken zu sichern. Welzig bezeichnete den aktuellen Gesetzentwurf, der keine Erhöhung der Gebühr vorsieht, als "Schlag ins Gesicht" für den gesamten Berufsstand.
Zusätzlich belasten Apotheken zusätzliche Aufgaben, etwa wenn sie Patienten Änderungen bei Medikamenten erklären müssen. Solche Umstellungen können zu Verwirrung, Frustration und sogar zu Problemen bei der Therapietreue führen. Unterdessen betonte der GKV-Spitzenverband, der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, dass der Überschuss noch nicht ausreiche, um die Rücklagen vollständig wieder aufzufüllen.
Der Streit offenbart die Spannungen zwischen Apotheken und dem Krankenversicherungssystem. Während der GKV einen Überschuss meldet, fühlen sich Apothekenbesitzer für ihre Leistungen unterbezahlt. Die Reformforderungen der ABDA werden weiterhin diskutiert – eine sofortige Anpassung der Festgebühr steht jedoch vorerst nicht in Aussicht.
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