Niedersachsens Betriebe verzweifelt: Jeder zweite Azubi-Platz bleibt leer

Admin User
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A California Street Cable Railroad Co. stock certificate featuring a train illustration and text on a black background.Admin User

Jede fünfte Firma stellt Auszubildende ohne Schulabschluss ein - Niedersachsens Betriebe verzweifelt: Jeder zweite Azubi-Platz bleibt leer

Unternehmen in Niedersachsen kämpfen mit unbesetzten Ausbildungsplätzen

Fast die Hälfte der Betriebe in Niedersachsen konnte im vergangenen Jahr nicht genug Azubis gewinnen. Eine aktuelle Umfrage zeigt wachsende Sorgen über sinkende Bewerbungsqualität und einen Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften.

Zwar bieten noch vier von fünf Unternehmen in der Region Ausbildungsplätze an, und jedes fünfte hat die Zahl der Stellen im Vergleich zum Vorjahr sogar erhöht. Doch über 80 Prozent machen einen Mangel an geeigneten Bewerbern für die unbesetzten Positionen verantwortlich. Fast zwei Drittel verzeichnen zudem einen Rückgang der allgemeinen Bewerbungsqualität.

Die größten Defizite bei den Auszubildenden zeigen sich in sozialen Kompetenzen – 80 Prozent der Unternehmen nennen dies als Problem. Es folgen mathematisch-naturwissenschaftliche Fähigkeiten (57 Prozent) sowie Sprachkenntnisse, Lese- und Schreibfähigkeiten (54 Prozent). In der Folge bieten mittlerweile mehr als drei Viertel der Betriebe zusätzliche Fördermaßnahmen an, um die Azubis auf den Stand zu bringen.

Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, betonte, dass solide Sprachkenntnisse für den wirtschaftlichen Erfolg unverzichtbar seien. Gleichzeitig warnte er, dass Unternehmen, die grundlegende Kompetenzen ausgleichen müssten, an Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit einbüßten. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, stellt mittlerweile jedes fünfte Unternehmen auch Bewerber ohne Schulabschluss ein.

Der Ausbildungsmarkt in Niedersachsen steht vor klaren Herausforderungen – von Kompetenzlücken bis hin zu weniger qualifizierten Bewerbern. Da jedes fünfte Unternehmen mittlerweile ganz auf Ausbildungsprogramme verzichtet, wirft der Trend Fragen zur zukünftigen Arbeitsmarktfähigkeit auf. Die Betriebe passen sich mit erweiterten Förderangeboten an, doch die langfristigen Folgen für die Produktivität bleiben ungewiss.