08 June 2026, 14:05

Zuckersteuer ab 2028: Warum Deutschland Süßgetränke teurer macht – trotz fragwürdiger Daten

Wie das Landwirtschaftsministerium den Zuckerfortschritt schön berechnet hat

Zuckersteuer ab 2028: Warum Deutschland Süßgetränke teurer macht – trotz fragwürdiger Daten

Deutschland plant die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke ab 2028, um den Zuckerkonsum zu senken und jährlich rund 450 Millionen Euro einzunehmen. Der Schritt folgt auf Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums, wonach der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken seit 2018 um 15 Prozent gesunken sei – interne Unterlagen zeichnen jedoch ein anderes Bild.

Die geplante Abgabe richtet sich nach dem Zuckergehalt der Getränke. Produkte mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter bleiben steuerfrei. Bei einem Gehalt von fünf bis acht Gramm fällt eine Abgabe von 26 Cent pro Liter an, während stark zuckerhaltige Getränke mit 32 Cent pro Liter besteuert werden.

Das Ministerium hatte zuvor einen Rückgang des Zuckeranteils um 15 Prozent zwischen 2018 und 2024 bekannt gegeben. Doch interne Dokumente zeigen, dass die tatsächliche Reduktion nur 9,1 Prozent betrug. Die 15-Prozent-Angabe bezog sich lediglich auf einen gewichteten Durchschnitt marktrelevanter Getränke, nicht auf alle untersuchten Produkte. Zudem verschwiegen die Behörden, dass diese Schätzung mit erheblichen Unsicherheiten und methodischen Problemen behaftet war.

Weitere Daten belegen, dass sich der Zuckergehalt seit 2022 kaum verringert hat. Noch besorgniserregender: Standard-Limonaden in kindgerechten Verpackungen enthielten 2024 sogar 23 Prozent mehr Zucker als 2019. Trotz dieser Erkenntnisse lehnen die Zucker- und Getränkeindustrie die Steuer weiterhin ab.

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Die neue Abgabe tritt 2028 in Kraft und staffelt sich je nach Zuckerkonzentration. Sie soll jährlich 450 Millionen Euro einbringen und Hersteller dazu bewegen, den Zuckeranteil zu reduzieren. Offizielle Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass freiwillige Senkungen bisher weniger erfolgreich waren als behauptet.

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