VW plant Raketenabwehr statt Autos: Osnabrück-Werk könnte Iron Dome bauen
Niklas MüllerVW plant Raketenabwehr statt Autos: Osnabrück-Werk könnte Iron Dome bauen
Volkswagen verhandelt über eine Umwidmung seines angeschlagenen Werks in Osnabrück zur Produktion von Raketenabwehrsystemen. Der anhaltend schlechten Finanzlage zum Trotz könnte der deutsche Automobilkonzern eine Partnerschaft mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems eingehen, um Komponenten für das Luftabwehrsystem Iron Dome herzustellen. Der Schritt könnte die Arbeitsplätze am Standort sichern, nachdem eine geplante Übernahme durch Rheinmetall im vergangenen Jahr gescheitert war.
Das Werk in Osnabrück fertigt derzeit den VW T-Roc Cabriolet, ein Modell, dessen Produktion bis Mitte 2027 eingestellt werden soll. Mit rund 2.300 Beschäftigten stand der Standort seit März 2025 auf der Kippe, als Rheinmetall seine Pläne aufgab, dort eine Produktion für gepanzerte Fahrzeuge aufzubauen. Nun verhandelt Volkswagen mit Rafael über die Herstellung von Schwerlastfahrzeugen und Startrampe für das Iron-Dome-System als Alternative.
Rafael, einer der größten Rüstungskonzerne Israels, erzielte 2024 einen Umsatz von knapp fünf Milliarden US-Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro). Das Iron-Dome-System hat sich kürzlich als wirksam erwiesen, indem es den Großteil der von Iran auf Israel abgefeuerten Raketen abfangen konnte. Zwar hat noch keine europäische Regierung das System erworben, doch Rafael strebt Verkäufe an Länder wie Deutschland an – mit Verweis auf die pro-israelische Haltung des Landes und dessen ingenieurtechnisches Know-how.
Falls die Vereinbarung zustande kommt, könnte die Produktion innerhalb von 12 bis 18 Monaten anlaufen. Voraussichtlich würden im Rahmen der neuen Ausrichtung nahezu alle oder sogar alle Arbeitsplätze in Osnabrück erhalten bleiben.
Die mögliche Partnerschaft bietet Volkswagen die Chance, das Werk in Osnabrück weiterzubetreiben. Gleichzeitig würde Deutschland zu einem zentralen Standort für die Iron-Dome-Produktion – auch wenn bisher noch keine offiziellen Verträge unterzeichnet wurden. Das endgültige Ergebnis hängt von den anstehenden Abschlussverhandlungen zwischen Volkswagen und Rafael in den kommenden Monaten ab.






