Umfrage zeigt: Deutsche erwarten AfD-Machtgewinn vor Landtagswahlen 2026
Lina HuberUmfrage zeigt: Deutsche erwarten AfD-Machtgewinn vor Landtagswahlen 2026
Eine neue Umfrage offenbart sich wandelnde Einstellungen unter deutschen Wählern vor drei entscheidenden Landtagswahlen in diesem Herbst. Die Erhebung, die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführt wurde, deutet darauf hin, dass viele Bürger damit rechnen, dass die rechtspopulistische AfD deutlich an Einfluss gewinnen wird – fast sieben von zehn Befragten erwarten, dass die Partei mindestens ein Ministerpräsidentenamt erringen wird.
Die Ergebnisse zeigen zudem tiefe Gräben in der Frage, ob die AfD verboten werden oder an Regierungsbündnissen beteiligt sein sollte. Zwischen dem 28. und 29. Mai 2026 befragten Forscher 1.003 Personen zur politischen Lage. Demnach glauben 70 Prozent, dass die AfD nach den Wahlen mindestens einen Ministerpräsidenten stellen wird. Davon gehen 41 Prozent von einer allein von der AfD geführten Landesregierung aus, während 28 Prozent damit rechnen, dass die Partei in mehreren Bundesländern an die Macht kommt.
Bei der Frage nach möglichen Koalitionen sprachen sich 40 Prozent für ein Bündnis aus CDU und Linken aus, falls die AfD zwar stärkste Kraft würde, aber keine absolute Mehrheit erhielte. Nur 36 Prozent befürworteten in diesem Szenario eine Zusammenarbeit mit der AfD. Unter CDU-Wählern bevorzugten 48 Prozent ein Bündnis mit der Linken, während lediglich 27 Prozent eine Koalition mit der AfD unterstützten.
Die Umfrage untersuchte auch die Haltung zu einem möglichen Verbot der Partei. Bundesweit sprachen sich 38 Prozent für ein Verbot aus, 47 Prozent lehnten dies ab. Innerhalb der CDU befürworteten 51 Prozent ein juristisches Vorgehen, um die AfD zu ächten. Zudem waren 45 Prozent aller Befragten der Meinung, dass die bisherige „Brandmauer“ gegen die AfD – also die Weigerung anderer Parteien, mit ihr zusammenzuarbeiten – der rechtspopulistischen Gruppe sogar nutzt, indem sie deren Außenseiterimage verstärkt.
Die Erhebung unterstreicht die wachsende Erwartung, dass die AfD im Herbst das politische Kräfteverhältnis in Deutschland neu ordnen wird. Angesichts der klaren Spaltung in den Fragen nach Verboten, Koalitionen und der Regierungsbeteiligung der Partei werden die Wahlen zeigen, wie die etablierten Parteien auf ihren Aufstieg reagieren. Die Ergebnisse spiegeln sowohl Besorgnis als auch eine gewisse Akzeptanz der zunehmenden Einflussnahme der AfD wider.






