21 April 2026, 02:03

Rechtswissenschaftler fordert Reform des Schwarzfahrens – "Justiz wird überlastet"

Plakat wirbt für Bergbahn, Deutschland als elektrisches Stadt mit Bildern von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Rechtswissenschaftler fordert Reform des Schwarzfahrens – "Justiz wird überlastet"

Der Rechtswissenschaftler Helmut Frister fordert eine Reform der deutschen Gesetze zum Schwarzfahren. Er kritisiert, dass die aktuellen Regelungen das Justizsystem unnötig belasten und strafrechtliche Sanktionen nicht als letztes Mittel einsetzen. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über die hohe Zahl von Ersatzfreiheitsstrafen bei Bagatelldelikten.

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Frister verweist darauf, dass jeder vierte Ersatzfreiheitsstrafen-Fall in Deutschland auf Schwarzfahren zurückgeht. Seiner Ansicht nach sollten nur schwere Verstöße strafrechtlich verfolgt werden – nicht einfache Fälle, in denen Fahrgäste ohne Gewaltanwendung die Zahlung umgehen. Seine Position bezieht er nach Recherchen der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), die zeigten, dass 2024 jede achte Schwarzfahrer-Meldung den Fernverkehr betraf.

Eine vollständige Streichung des § 265a StGB lehnt Frister ab. Stattdessen schlägt er eine Anpassung des Gesetzes vor, um die Gerichte zu entlasten. Gleichzeitig widerspricht er Forderungen, Schwarzfahren zu einer bloßen Ordnungswidrigkeit herabzustufen. Sein Hauptargument: Selbst bei geringfügigen Verstößen könne es durch Zwangshaft zu Freiheitsentzug kommen.

Fristers Vorschläge zielen darauf ab, überflüssige Strafverfahren zu reduzieren, während schwere Fälle weiterhin strafrechtlich geahndet werden sollen. Auch beim Schwarzfahren im Fernverkehr blieben demnach strafrechtliche Konsequenzen möglich. Die Debatte spiegelt eine grundsätzliche Kritik wider: wie Bagatelldelikte das Rechtssystem überlasten.

Quelle