Ostdeutschlands Chemieindustrie kämpft um ihr Überleben nach Jahren der Krise
Nico KellerOstdeutschlands Chemieindustrie kämpft um ihr Überleben nach Jahren der Krise
Ostdeutschlands Chemieindustrie steckt in einer sich verschärfenden Krise – nach drei Jahren sinkender Produktion und Stellenabbau. Noch arbeiten rund 63.000 Menschen in der Branche, doch steigende Kosten und globale Belastungen zwingen die Unternehmen zu weiteren Entlassungen. Trotz vereinzelter Lichtblicke rechnet die Mehrheit der Firmen nicht mit einer schnellen Erholung.
Seit 2021 kämpft der Sektor mit rückläufiger Produktion und schrumpfender Beschäftigung. Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie strengere Vorschriften erschweren die Geschäftstätigkeit. Internationale Konkurrenz und geopolitische Spannungen – etwa durch den Nahostkonflikt – verschärfen die Lage zusätzlich.
Die Auslastung der Kapazitäten liegt derzeit bei nur 72 Prozent, deutlich unter dem optimalen Niveau. Zwar stieg der Gesamtumsatz der chemischen und pharmazeutischen Industrie 2025 auf 28,5 Milliarden Euro, doch dieses leichte Wachstum geht allein auf das Konto der Pharmabranche. Der breitere Chemiesektor schrumpft weiter.
Ein seltener Hoffnungsschimmer ist die mögliche Rettung des insolventen Unternehmens Domo am Standort Leuna. Branchenbeobachter werten dies als wichtiges Signal und Zeichen für eine mögliche Stabilisierung. Dennoch erwartet nur jedes zehnte Unternehmen in absehbarer Zeit eine Besserung der Lage.
Trotz einzelner Erfolge wie der möglichen Rettung von Domo bleibt die Chemieindustrie in Ostdeutschland unter starkem Druck. Bei geringer Kapazitätsauslastung, anhaltendem Stellenabbau und kaum Entlastung in Sicht bleibt die Zukunft des Sektors ungewiss. Die Unternehmen stellen sich auf weitere Herausforderungen in den kommenden Monaten ein.






