Mietpreise explodieren: Immer weniger Quadratmeter für dasselbe Geld in deutschen Städten
Niklas MüllerMietpreise explodieren: Immer weniger Quadratmeter für dasselbe Geld in deutschen Städten
Steigende Mieten in Deutschland zwingen Mieter in kleinere Wohnungen – für denselben Preis
Eine neue Studie zeigt, dass in den meisten Großstädten die Wohnfläche, die sich Menschen für ihr Geld leisten können, seit 2020 drastisch geschrumpft ist. Experten warnen, dass sich dieser Trend ohne Gegenmaßnahmen weiter verschärfen wird.
Noch im März 2022 reichte ein Budget von 1.000 Euro Kaltmiete in Wiesbaden für eine durchschnittliche Wohnung von 91 Quadratmetern. Ein Jahr später sind es bei gleichem Budget nur noch 82 Quadratmeter – ein Verlust von neun Quadratmetern. In anderen Städten sieht es noch düsterer aus: In Berlin erhalten Mieter 16 Quadratmeter weniger als 2022, in Hamburg sind es 12 Quadratmeter weniger, und in Gelsenkirchen schrumpfte die Fläche sogar um 29 Quadratmeter.
München bleibt eine der teuersten Städte: Hier sichern 1.000 Euro gerade einmal 50 Quadratmeter. Das Problem ist bundesweit spürbar – in 60 von 80 untersuchten Städten hat sich die bezahlbare Wohnfläche seit 2020 um mindestens zehn Prozent verringert.
Ursachen: Baukosten, Zinsen und Nachholeffekte Die Mietpreisspirale wird durch gestiegene Baukosten und höhere Zinsen angetrieben. Hinzu kommen der „Überlauf-Effekt“ – wenn die Nachfrage die Preise in angrenzenden Gebieten in die Höhe treibt – und der „Aufholeffekt“, bei dem zuvor unterbewertete Mieten an das Marktlevel angepasst werden. Theo Mseka, CEO des Immobilienportals Immowelt, warnt: Ohne gezielte Förderung im Wohnungsbau werde sich der Teufelskreis aus schrumpfenden Wohnflächen und steigenden Mieten weiter verschärfen.
Die Studie belegt einen deutlichen Rückgang bezahlbaren Wohnraums in ganz Deutschland. In den meisten Städten erhalten Mieter für dieselbe Miete heute deutlich weniger Fläche als noch 2020. Ohne politische Kurskorrekturen, so die Prognose der Experten, werde sich die Lage in den kommenden Jahren weiter zuspitzen.






