Mainzer Dezernentin zerpflückt Eröffnung von Terminal 3 als "lärmversüßtes Scheinereignis"
Nico KellerMainzer Dezernentin zerpflückt Eröffnung von Terminal 3 als "lärmversüßtes Scheinereignis"
Mainzer Umwelt- und Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger übt scharfe Kritik am geplanten Eröffnungstermin von Terminal 3 am Frankfurter Flughafen. Sie bezeichnete die Veranstaltung als ein "Begräbnis für eine lärmgeplagte Region – begossen mit platter Sektromantik" und warf den Verantwortlichen vor, das jahrzehntelange Leid der Anwohnerinnen und Anwohner zu ignorieren.
Steinkrüger betonte, dass die Lärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet seit Jahren unerträglich sei. Die Region habe die Grenzen des Zumutbaren längst überschritten, so die Dezernentin. Ihrer Ansicht nach war der Bau des Terminals weder bei der Grundsteinlegung 2014 noch für die geplante Eröffnung 2026 durch belastbare Daten gerechtfertigt.
Tatsächlich seien die Flugbewegungen seit Jahren stagnierend – ein klarer Widerspruch zu den einst prognostizierten Wachstumsraten. Steinkrüger bezeichnete das Terminal als reines "Kapazitätsausbauprojekt" ohne echte Effizienzsteigerung. Zudem warf sie den Flughafenbetreibern vor, sich auf Billigfluglinien und den Frachtausbau zu stützen, um wirtschaftliche Fehlkalkulationen zu verschleiern.
Als Begründung für Terminal 3 wurde im Laufe der Zeit von "Abfertigungsqualität" gesprochen – ein nachträgliches Argument, um den Bau zu rechtfertigen. Hinzu kommt, dass das Projekt in geschützte Waldflächen eingreift und so zusätzliche Umweltbedenken aufwirft.
Die Eröffnung des Terminals stößt bei lokalen Politikerinnen und Politikern auf massiven Widerstand. Steinkrügers Äußerungen spiegeln die langjährige Verbitterung über Lärmbelastung und gebrochene Versprechen wider. Die künftigen Auswirkungen auf Anwohner und Umwelt bleiben ein zentraler Streitpunkt.






