Lies fordert Prüfung: Soll VW chinesische Autos in Deutschland bauen?
Nico KellerLies fordert Prüfung: Soll VW chinesische Autos in Deutschland bauen?
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat eine Überprüfung der Pläne gefordert, chinesische Markenautos in den deutschen Volkswagen-Werken herzustellen. Seine Äußerungen folgen einem kürzlichen China-Besuch, bei dem er sich über die wachsenden Aktivitäten des Automobilkonzerns informierte. Das Bundesland hält 20 Prozent der Stimmrechte an VW und übt damit erheblichen Einfluss auf strategische Entscheidungen aus.
Während seiner Reise nahm Lies Volkswagen das weitverzweigte Produktionsnetz mit über 30 Standorten in China unter die Lupe. Er beobachtete, wie chinesische Automobilhersteller zunehmend auf dem europäischen Markt Fuß fassen und durch innovative Modelle sowie wettbewerbsfähige Preise Druck auf die etablierten Anbieter ausüben.
In Gesprächen verwies Lies auf neue Fahrzeugmodelle, die speziell für den chinesischen Markt entwickelt wurden – teilweise in Kooperation mit lokalen Partnern. Er regte an, ähnliche Zusammenarbeitskonzepte für die deutschen VW-Standorte zu prüfen, um dort frische Impulse zu setzen und die Auslastung der Fertigungslinien zu sichern.
Der Ministerpräsident betonte, wie wichtig es sei, Arbeitsplätze in den heimischen Werken zu erhalten und die Produktion auf hohem Niveau zu halten. Gleichzeitig forderte er eine aktualisierte China-Strategie der Bundesregierung, die auf Dialog statt auf Konfrontation setzt. Sein Ansatz zielt darauf ab, Chinas wirtschaftlichen Aufstieg als Chance zu nutzen, ohne dabei deutsche Industrieinteressen aus den Augen zu verlieren.
Der Vorstoß, die Produktion chinesischer Automarken in Deutschland zu evaluieren, kommt zu einer Zeit, in der der Wettbewerbsdruck durch asiatische Hersteller weiter zunimmt. Da Niedersachsen über ein Vetorecht bei Volkswagen verfügt, könnte Lies' Haltung künftige Weichenstellungen für die europäische Strategie des Konzerns beeinflussen – mit möglichen Folgen für Beschäftigung, Produktionsvolumen und langfristige Partnerschaften.






