Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und löst damit eine Welle der Kritik aus
Charlotte JägerAmanda Knox unterstützt Lucy Letby – und löst damit eine Welle der Kritik aus
Amanda Knox hat sich öffentlich hinter Lucy Letby gestellt, die ehemalige Krankenschwester, die wegen des Mordes an sieben Babys verurteilt wurde. Bei einer Veranstaltung in London enthüllte Knox, sie habe Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihrer Autobiografie Frei zugeschickt. Ihre Äußerungen haben die Debatte – und die Kritik – über ihr Engagement in prominenten Rechtsfällen neu entfacht.
Knox sprach im Greenwich Picturehouse im Rahmen der Promotion ihres Dokumentarfilms Mouth Of The Wolf. Sichtlich bewegt und mit den Tränen kämpfend erläuterte sie ihre Entscheidung, Kontakt zu Letby aufzunehmen. Ein Teilnehmer berichtete später, Knox habe Letby aufgefordert, "an der Hoffnung festzuhalten".
In ihrer 2021 erschienenen Autobiografie Frei schildert Knox ihr Leben nach ihrer eigenen Inhaftierung und späteren Freisprechung in Italien. Sie betonte, zwar nicht direkt mit Letby gesprochen zu haben, wolle ihr aber Solidarität zeigen. Zudem argumentierte Knox, dass ein Schuldspruch selbst ohne eindeutigen Beweis der Unschuld hinterfragt werden müsse.
Ihre Aussagen stießen beim Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, auf scharfe Kritik. Er warf Knox vor, sich an der Erinnerung an Meredith Kercher zu "bereichern". Die Familie empfindet ihre Handlungen als pietätlos und erklärte, es sei "jetzt genug".
Knox hat zudem einen Podcast zu Letbys Fall veröffentlicht, was die Kontroverse weiter anheizt. Sie beharrt darauf, dass ihr Einsatz auf eigenen Erfahrungen mit Justizirrtum und Medieninteresse beruht.
Mit ihrem Brief und den öffentlichen Stellungnahmen hat sich Knox erneut mit der Familie Kercher überworfen. Die Diskussion über ihre Rolle in Letbys Fall hält an, während Kritiker ihre Motive infrage stellen. Letby sitzt unterdessen nach ihrer Verurteilung wegen der Kindstötungen weiterhin im Gefängnis.






