Laufen für den guten Zweck: Wie ein Halbmarathon Leben rettet
Jedes Jahr reist E. aus einem einzigen Grund nach Berlin: für den Halbmarathon. 2026 stand sie zum sechsten Mal am Start – diesmal in einer dünnen roten Jacke, die sie trotz der Müdigkeit beim Aufwärmen trug. Ihre Läufe haben einen tieferen Sinn: Seit fünf Jahren sammelt sie mit jedem gelaufenen Kilometer Spenden für Sea-Watch.
Vor dem Rennen versammelten sich E.s Freunde, um sie zu unterstützen. Sie kochten für sie, massierten ihre Beine und hörten sich ihre Geschichten von früheren Marathons an. Obwohl erschöpft, fand sie noch die Kraft für einen weiteren Lauf.
Am Renntag stellte sich die Autorin vor, wie sie an ihrer Seite lief, in Gedanken versunken. Als sie die Flughafenstraße erreichten, erklang in ihren Kopfhörern ein dramatischer Song. Die Musik wirbelte mit Textzeilen umher – Rosalías Stimme verkündete: "Mein Zorn ist ihr Zorn, ihre Liebe ist meine Liebe, ihr Blut ist mein Blut." Später hallte in einem Video Björks Stimme nach, zart wie ein kleiner Vogel, der über dem Berghain kreist.
Nach dem Ziel kamen alle wieder zusammen. Einige breiteten auf dem Tempelhofer Feld ein Picknick aus, andere trafen sich bei E. zu Hause. Das Ritual war wie immer: Essen, Lachen und der stille Stolz über einen weiteren absolvierten Lauf.
Der Berliner Halbmarathon ist für E. und ihre Freunde zur Tradition geworden. Jedes Jahr fließen durch ihre Läufe Spenden an Sea-Watch – Kilometer werden zu Unterstützung. Fürs Erste feiern sie den Erfolg nach dem Rennen – bis es beim nächsten Mal wieder losgeht.






