Italo fordert faire Bahnreformen – sonst droht Expansionsstopp in Deutschland
Niklas MüllerItalo fordert faire Bahnreformen – sonst droht Expansionsstopp in Deutschland
Italo drängt auf grundlegende Reformen im deutschen Schienenverkehr – Expansion hängt von fairen Zugangsregeln ab
Der italienische Hochgeschwindigkeitsbahnbetreiber Italo treibt weitreichende Veränderungen auf dem deutschen Schienenmarkt voran, während er sich auf seine Expansion vorbereitet. Das Unternehmen hat bei Siemens neue Züge bestellt und fordert einen faireren Zugang zu Strecken und Bahnhöfen. Aktuell läuft eine öffentliche Anhörung, um seine Bedenken zu prüfen.
Italo hat bei Siemens einen Großauftrag für Züge platziert und eine Frist bis Juni für den endgültigen Vertrag gesetzt. Doch Produktionsverzögerungen zwingen das Unternehmen, eine härtere Haltung in der Frage der Streckenkapazitäten einzunehmen. CEO Luca Cordero di Montezemolo pocht darauf, dass bis Ende Mai klare Regeln festgelegt werden.
Das Unternehmen verlangt garantierte Mindestzugangsrechte zu Schienen für neue Anbieter – statt nur die Reste der bestehenden Kapazitäten. In einem Schreiben an die deutsche Bundesnetzagentur argumentierte Italo, dass Neuankömmlinge auch fairen Zugang zu Wartungseinrichtungen und Bahnhofsflächen erhalten sollten. Zudem fordert das Unternehmen langfristige Vereinbarungen, um stabile, regelmäßige Verbindungen zu gewährleisten – und nicht nur unregelmäßige Zuteilungen.
Eine öffentliche Anhörung untersucht derzeit diese Forderungen, an der neben der Deutschen Bahn auch Flixtrain und Italo beteiligt sind. Der italienische Betreiber drängt die Bundesregierung zudem, die Regeln für die Streckenvergabe im Hochgeschwindigkeitsverkehr zu reformieren. Seine Expansion in Deutschland hängt davon ab, zuverlässige Kapazitäten für die geplanten Verbindungen zu sichern.
Das Ergebnis der Anhörung könnte die Zukunft von Italo in Deutschland entscheidend prägen. Werden seine Forderungen erfüllt, wird das Unternehmen seine Expansionspläne vorantreiben. Die Entscheidung der Bundesnetzagentur wird zeigen, ob neue Anbieter künftig faireren Zugang zum Schienennetz erhalten.






