IG Metall fordert Job-zu-Job-Netzwerk gegen Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt
Lina HuberIG Metall fordert Job-zu-Job-Netzwerk gegen Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt
Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für ein landesweites "Job-zu-Job-Netzwerk" in Sachsen-Anhalt ein. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Region mit den Herausforderungen der Dekarbonisierung, der digitalen Transformation und sich verschiebenden geopolitischen Prioritäten kämpft. Die Gewerkschaftsführung argumentiert, dass ein solches Netzwerk verhindern würde, dass Fachkräfte bei industriellen Umbrüchen unnötig ihre Arbeitsplätze verlieren.
Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, kritisierte die aktuelle Praxis, qualifiziertes Personal zu entlassen, um später mit Fachkräftemangel zu kämpfen. Dies bezeichnete er als wirtschaftlich unsinnig und betonte die Notwendigkeit eines strukturierten Systems, um Know-how in der Region zu halten.
Das geplante Netzwerk soll bestehende Arbeitsvermittlungsdienste nicht ersetzen, sondern diese vernetzen. Es würde Arbeitsagenturen, Weiterbildungsprogramme und Unternehmen zusammenbringen, um nahtlosere Berufsübergänge zu ermöglichen. Bevor Mitarbeiter entlassen werden, fordert die Gewerkschaft, dass Betriebe zunächst interne Lösungen prüfen müssen, um erfahrene Beschäftigte zu halten.
Damit das Netzwerk funktioniert, müssen alle relevanten Akteure – Arbeitgeber, Gewerkschaften, die Landesregierung, die Kammern und Bildungsträger – gleichberechtigt mitwirken. Ziel ist es, Branchen mit Personalüberschuss mit solchen zu verknüpfen, die unter Fachkräftemangel leiden, und so Kompetenzen in der Region zu sichern. Ähnliche Modelle wie die "DIGI:Stiftung Steiermark 2.0" in der Steiermark oder experimentelle Vergabeklauseln in Hamburg haben bereits in anderen Regionen Erfolg gezeigt.
Die IG Metall plant Gespräche mit den beteiligten Parteien, um ein dauerhaftes Netzwerk aufzubauen. Das Ziel ist es, die industrielle Transformation zu begleiten, ohne Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit zu drängen. Der Erfolg des Netzwerks hängt von einer breiten Zusammenarbeit und dem Fokus auf den Erhalt von Qualifikationen bevor Stellen abgebaut werden, ab. Bei Umsetzung könnte es die industrielle Widerstandsfähigkeit Sachsen-Anhalts stärken und Arbeitnehmern den Übergang zwischen verschiedenen Tätigkeiten erleichtern. Die nächsten Schritte der Gewerkschaft umfassen formelle Verhandlungen, um aus dem Vorschlag konkrete Maßnahmen zu machen.






