07 June 2026, 22:04

IG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform für mehr Gerechtigkeit und Investitionen

IG BCE fordert Spitzensteuer nur über 100.000 Euro

IG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform für mehr Gerechtigkeit und Investitionen

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat eine Reihe von Steuerreformen vorgeschlagen, die die Belastung für Mittel- und Geringverdiener verringern sollen. Seine Pläne sehen höhere Abgaben für Wohlhabende vor, um öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung zu finanzieren. Zudem schlägt er Änderungen bei der Erbschafts- und Vermögenssteuer vor, um Steuervermeidung einzudämmen und eine gerechtere Beitragsleistung zu gewährleisten.

Vassiliadis will das Einkommensteuersystem reformieren, indem er die sogenannte Mittelschichts-Beule abschafft. Er argumentiert, dass die aktuelle Struktur Durchschnittsverdiener übermäßig belastet, die dringend Entlastung benötigen. Nach seinen Plänen würden Geringverdiener kaum oder gar keine Steuern zahlen.

Er schlägt vor, die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz auf etwa 100.000 Euro anzuheben. Für Verdienstende über dieser Schwelle würde der Steuersatz selbst um zwei bis drei Prozentpunkte steigen. Zudem soll eine neue Vermögenssteuer für Einkommen ab 200.000 Euro eingeführt werden.

Um Infrastruktur und Verteidigung zu finanzieren, plant Vassiliadis eine zusätzliche Abgabe für die Superreichen. Zwar räumt er Bedenken der Wirtschaft ein, dass höhere Steuern auf Betriebsvermögen Investitionen hemmen könnten, betont aber, dass die Schließung von Schlupflöchern bei der Erbschaftssteuer helfen würde. Sein Standpunkt: Die Ultravermögenden sollten mehr beitragen, da ihr langfristiger wirtschaftlicher Erfolg von stabiler öffentlicher Infrastruktur abhängt.

Die Gewerkschaften unterstützen weiterhin ein linear-progressives Steuermodell – allerdings ohne die Mittelschichts-Beule. Vassiliadis ist überzeugt, dass dieser Ansatz ein faireres System schafft und gleichzeitig sicherstellt, dass Wohlhabende ihren angemessenen Anteil leisten.

Sollten die Reformen umgesetzt werden, würde sich die Steuerlast stärker auf Spitzenverdiener und große Erbschaften verlagern. Die Mittelschicht würde entlastet, während Vermögende höhere Sätze auf Einkommen, Vermögen und Erbschaften zahlen müssten. Die zusätzlichen Einnahmen flössen in öffentliche Investitionen, etwa in Infrastruktur und Verteidigung.

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