Hapag-Lloyd stoppt Fahrten durch die Straße von Hormus – globale Lieferketten leiden
Lina HuberHapag-Lloyd stoppt Fahrten durch die Straße von Hormus – globale Lieferketten leiden
Der Logistikriese Hapag-Lloyd hat aufgrund der eskalierenden Spannungen im Persischen Golf alle Fahrten durch die Straße von Hormus ausgesetzt. Das Unternehmen leitet seine Schiffe nun um das Kap der Guten Hoffnung, was zu erheblichen Verzögerungen und höheren Kosten im globalen Handel führt.
Angriffe auf Handelsschiffe in jüngster Zeit, darunter auch auf das gecharterte Schiff Source Blessing, zwingen die Branche zu kurzfristigen Umplanungen. Diese Störungen treiben die Versicherungsprämien in die Höhe und belasten weltweit die Lieferketten.
Seit Anfang Januar hat Hapag-Lloyd die Durchfahrten durch die Straße von Hormus eingestellt. Schiffe, die in den Persischen Golf und die Arabische See unterwegs sind, nehmen nun die längere Route um Afrika, was die Reisezeiten um 10 bis 14 Tage verlängert. Diese Umleitung erhöht zudem den Kapazitätsbedarf um 15 bis 30 Prozent, da Schiffe und Container länger gebunden sind und nicht für andere Routen zur Verfügung stehen.
Um die gestiegenen Risiken auszugleichen, hat das Unternehmen Kriegsrisikozuschläge eingeführt. Kunden zahlen für Standardcontainer nun einen Aufschlag von 1.500 US-Dollar pro Einheit, während Kühlcontainer mit 3.500 US-Dollar belastet werden. Diese Maßnahmen folgen auf einen Vorfall, bei dem die Source Blessing von Splittern getroffen wurde – ein deutliches Zeichen für die akute Gefahr für Fracht und Besatzungen.
Trotz der betrieblichen Herausforderungen entwickelt sich die Hapag-Lloyd-Aktie positiv. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um etwa 24,6 Prozent gestiegen, allein in den letzten 30 Tagen verzeichnete er ein Plus von über 20 Prozent. Aktuell notiert die Aktie bei 145,20 Euro, was das Vertrauen der Anleger trotz der volatilen Lage widerspiegelt.
Die Unternehmensführung konzentriert sich nun auf die Optimierung der Flotte, um schwankende Treibstoffkosten und die nachfragebedingten Veränderungen im Konsumgütersektor zu bewältigen. Der vollständige Jahresbericht für 2025 wird am 26. März 2026 veröffentlicht und soll detaillierte Einblicke in die Erträge und die künftige Strategie geben.
Die Umleitung der Schiffe und die zusätzlichen Zuschläge unterstreichen die wachsende Belastung für die globale Logistik. Zwar deuten die Kursgewinne von Hapag-Lloyd auf eine gewisse Marktresilienz hin, doch werden die längeren Transportzeiten und höheren Kosten voraussichtlich monatelang Auswirkungen auf den Welthandel haben.
Anleger und Kunden werden die Veröffentlichung der Finanzzahlen für 2025 im nächsten Jahr mit Spannung verfolgen. Bis dahin muss das Unternehmen sowohl geopolitische Risiken als auch wirtschaftliche Herausforderungen meistern, um Stabilität zu wahren.