Hannovers Hauptbahnhof erstickt im Zugverkehr – doch der Ausbau stockt
Niklas MüllerHannovers Hauptbahnhof erstickt im Zugverkehr – doch der Ausbau stockt
Hannovers Hauptbahnhof bleibt ein zentraler Flaschenhals für den Schienenverkehr in Norddeutschland. Täglich frequentieren mehr als 260.000 Fahrgäste und rund 750 Züge den Knotenpunkt. Die Kapazitäten des Bahnhofs sind jedoch massiv überlastet, was dringenden Ausbaubedarf signalisiert.
Die Bundestagsabgeordnete Swantje Michaelsen aus Hannover hat auf die finanzielle Unterdeckung für notwendige Modernisierungsmaßnahmen hingewiesen. Sie betonte, dass weiterhin Mittel für zwei zusätzliche Gleise und einen neuen Bahnsteig fehlen. Michaelsen bezeichnete die Situation als „Skandal“ und unterstrich, dass die Extra-Gleise unverzichtbar seien, um die Überlastung an diesem stark frequentierten Verkehrsknoten zu entschärfen.
Ein Verkehrsexperte der Grünen wirft der Bundesregierung vor, die weitere Planung für den Ausbau des Bahnhofs zu blockieren. Unterdessen kritisierte das Bündnis Allianz pro Schiene die ausbleibenden Investitionen und argumentierte, es sei unsinnig, derart dringende Schienenprojekte auf die lange Bank zu schieben.
Die jüngsten Haushaltsverhandlungen zwischen der Regierung und der DB InfraGO brachten keine Fortschritte: Kein einziges Schienenprojekt konnte in die nächste Planungsphase überführt werden. Dadurch drohen Verzögerungen oder gar das Aussetzen zentraler Vorhaben zur Kapazitätserweiterung.
Das Bundesverkehrsministerium pocht unterdessen in den laufenden Haushaltsberatungen auf zusätzliche Mittel. Ohne diese könnte sich der Ausbau des Hannoverschen Hauptbahnhofs weiter verzögern – mit der Folge, dass sich die Engpässe an einem der meistgenutzten Bahnknoten Deutschlands weiter verschärfen.






