Graham Linehan wirft BBC vor, ihn in Doctors als transphob karikiert zu haben
Niklas MüllerGraham Linehan wirft BBC vor, ihn in Doctors als transphob karikiert zu haben
Der Komiker Graham Linehan wirft der BBC vor, ihn in der langjährigen Arztserie Doctors als transphobe Figur dargestellt zu haben. Der 57-jährige Autor, der als Mit-Schöpfer der Kultserie Father Ted bekannt wurde, behauptet, der fiktive Arzt spiegle sein Privatleben und seine Ansichten wider. Die BBC wies die Vorwürfe entschieden zurück und betonte, die Figur sei rein erfunden.
Im Mittelpunkt des Streits steht Dr. Graham Elton, ein geschiedener, mittelalter Hausarzt, der in der letzten Staffel von Doctors von Alex Avery gespielt wird. Linehan argumentiert, die aggressive Transphobie der Figur und ihre persönlichen Umstände seien eine bewusste Anspielung auf seine eigene öffentliche Haltung. Die Behauptung machte er im Zuge von Kritik an einer anderen BBC-Produktion, The Capture, die einige Zuschauer als politische "Propaganda" bezeichneten.
Linehans Karriere hat aufgrund seiner umstrittenen Positionen Rückschläge erlitten. Seine Show beim Edinburgh Fringe Festival 2023 wurde nach massiven Protesten abgesagt, und seine Ex-Frau, die Schauspielerin Helen Serafinowicz, ließ sich 2020 von ihm scheiden – als Grund nannte sie die Folgen seiner transfeindlichen Äußerungen. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder, einen Sohn und eine Tochter.
Die BBC widersprach Linehans Vorwürfen nachdrücklich. Ein Sprecher von BBC Studios erklärte, die Charaktere in Doctors seien rein fiktiv und nicht von realen Personen inspiriert. Der Sender stand bereits mehrfach in der Kritik, weil ihm – wie auch anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wie ORF und ZDF – Voreingenommenheit und manipulative Berichterstattung vorgeworfen werden.
Linehans Anschuldigungen befeuern die anhaltende Debatte über Repräsentation und mögliche Voreingenommenheit in BBC-Programmen. Der Sender hält daran fest, dass Doctors ein fiktionales Werk ohne Bezug zu realen Personen sei. Der Konflikt verdeutlicht die Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und öffentlicher Wahrnehmung in den modernen Medien.






