Geisterrad in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Radunfall an mehr Verkehrssicherheit
Niklas MüllerGeisterrad in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Radunfall an mehr Verkehrssicherheit
Ein Geisterrad steht nun am Friedrichsbad in Zwintschöna als stummer Gedenken an einen 64-jährigen Radfahrer, der im vergangenen Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Das weiß gestrichene Fahrrad markiert die Stelle an der Landesstraße 167, an der sich der tödliche Zusammenstoß ereignete – es dient sowohl als Mahnmal als auch als dringender Appell für mehr Verkehrssicherheit.
Der Unfall geschah am 20. Juni 2025, als der Radfahrer auf der vielbefahrenen Landesstraße mit einem Auto kollidierte. Seitdem fordert der örtliche Verband des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) Konsequenzen, um weitere Tragödien zu verhindern.
Am 1. April 2026 errichtete der ADFC das Geisterrad – ein weltweit bekanntes Symbol für im Straßenverkehr getötete Radfahrer. Die Organisation wirft dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LSBB) vor, durch Untätigkeit bei der Einrichtung separater Radwege auf Landesstraßen fahrlässig zu handeln. Solche Infrastruktur hätte Radfahrer von schnell fahrenden Fahrzeugen trennen können, so der ADFC.
Der Verband drängt auf sofortige Maßnahmen, darunter eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h an der Kreuzung Reideburger Straße/Am Friedrichsbad. Zudem fordert er den Bau eines Radwegs entlang der Landesstraße 167, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen. Bisher gibt es in Sachsen-Anhalt keine weiteren dokumentierten Geisterräder – dieser Ort ist damit ein zentraler Bezugspunkt für die Kampagne zur Verbesserung der Radwegsicherheit in der Region.
Langfristig verfolgt der ADFC das Ziel der Vision Zero – ein Verkehrssystem, das Todesfälle und schwere Verletzungen vermeiden soll. Die Organisation ruft die Landesregierung Sachsen-Anhalts auf, die Sicherheit von Radfahrern Priorität einzuräumen, insbesondere auf Landstraßen, wo hohe Geschwindigkeiten und fehlende Infrastruktur schwächere Verkehrsteilnehmer besonders gefährden.
Das Geisterrad am Friedrichsbad bleibt eine tägliche Mahnung an den Unfall und die Notwendigkeit von Veränderungen. Der ADFC setzt sich weiterhin für Tempolimits, bessere Infrastruktur und ein stärkeres Engagement zum Schutz von Radfahrern ein. Ohne konkrete Schritte, warnt der Verband, könnten auf unsicheren Straßen weitere Menschenleben verloren gehen.






