Gebete für Gerechtigkeit: Geistliche begleiten den Ahmaud-Arbery-Prozess in Georgia
Niklas MüllerGebete für Gerechtigkeit: Geistliche begleiten den Ahmaud-Arbery-Prozess in Georgia
Geistliche der Episkopalkirche und andere lokale Religionsvertreter:innen führen seit Wochen täglich Gebete vor dem Gerichtsgebäude des Glynn County in Brunswick, Georgia, an. Die Versammlungen fallen mit dem Prozess gegen drei weiße Männer zusammen, die beschuldigt werden, Ahmaud Arbery ermordet zu haben – einen schwarzen Jogger, der im Februar 2020 getötet wurde. Ihr Engagement ist Teil einer breiteren Initiative für rassische Versöhnung und Verständigung in der Gemeinschaft.
Die interreligiöse Gruppe Glynn Clergy for Equity formierte sich im vergangenen Jahr als Reaktion auf die öffentliche Empörung über Arberys Tod. Mittlerweile zählt sie etwa 75 Mitglieder, die sich für Dialog und Solidarität einsetzen. Erstmals versammelten sie sich am 18. Oktober vor dem Gericht, als die Geschworenenauswahl begann.
Am 5. November kamen rund 15 Mitglieder zusammen, um zu beten, bevor die Anwälte ihre Eröffnungsplädoyers hielten. Die Diakonin Willetta McGowen von der St. Mark’s Episcopal Church gehört seit drei Wochen zu den regelmäßigen Teilnehmerinnen. Pfarrer DeWayne Cope, Rektor der St. Athanasius’ Episcopal Church, hatte zunächst eine angespannte Stimmung befürchtet, fand aber Trost in der Einheit der Gemeinschaft.
Der Prozess gegen Gregory McMichael, Travis McMichael und William Bryan soll voraussichtlich zwei Wochen dauern. Seit Arberys Tod hat es Veränderungen in der lokalen Führung gegeben, darunter die Wahl einer neuen Bezirksstaatsanwältin und die Ernennung des ersten schwarzen Polizeichefs von Glynn County im Juli 2021.
Die Präsenz der Geistlichen spiegelt ihr langjähriges Engagement für den Fall wider. Bereits im Mai 2020, als die Festnahmen erfolgten, veröffentlichten sie eine Stellungnahme. Mit ihrem täglichen Zeugnis während des Prozesses unterstreichen sie ihre Rolle als Stütze für die Gemeinschaft in dieser schwierigen Zeit.
