11 June 2026, 16:04

Ex-R21-Autor leitet jetzt Strategiekommunikation im Wirtschaftsministerium

Vom rechten Think Tank zu Katherina Reiche

Ex-R21-Autor leitet jetzt Strategiekommunikation im Wirtschaftsministerium

Nils Hesse, ein regelmäßiger Autor des konservativen Thinktanks Republik 21 (R21), hat eine Führungsposition im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz übernommen. Die Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Juristen den gemeinnützigen Status von R21 infrage stellen – sie argumentieren, die Organisation agiere wie eine politische Partei.

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Hesse wurde unter Ministerin Katharina Reiche (CDU) in eine Schlüsselposition berufen. Ein Jahr lang leitete er kommissarisch die Abteilung „Reden und Strategische Kommunikation“ des Ministeriums. Zuvor hatte er als freier Mitarbeiter für R21 gearbeitet, diese Tätigkeit jedoch mit seinem Amtsantritt im Ministerium beendet.

R21 wurde 2021 in München gegründet und genießt als gemeinnützige Organisation Steuerbefreiung. Zu seinem Vorstand zählen der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Unterstützung erhält der Thinktank auch von Jens Spahn, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU im Bundestag.

Im Auftrag der Bürgerinitiative Campact haben Rechtsgutachter den Gemeinnützigkeitsstatus von R21 angezweifelt. Sie sehen in den Aktivitäten der Organisation Parallelen zu denen einer politischen Partei. Obwohl Hesse eine weitere Zusammenarbeit bestreitet, wird er auf der Website von R21 weiterhin als einer ihrer Experten geführt. 2025 nahm die Organisation staatliche Fördergelder an – ein Schritt, den sie zuvor bei anderen politisch ausgerichteten NGOs scharf kritisiert hatte. R21 bleibt berechtigt, für seine Projekte bis zu 500.000 Euro an Bundesmitteln zu erhalten.

Hesses neue Rolle und die Förderpolitik von R21 stehen zunehmend in der Kritik. Der Gemeinnützigkeitsstatus des Thinktanks bleibt rechtlich umstritten, während seine Verbindungen zu politischen Akteuren und die Annahme öffentlicher Gelder weiterhin für Diskussionen sorgen.

Quelle