"Enter the Gungeon 2" will den Roguelike-Geist des Originals bewahren – trotz Genre-Wandel
Niklas Müller"Enter the Gungeon 2" will den Roguelike-Geist des Originals bewahren – trotz Genre-Wandel
Vor einem Monat feierte Enter the Gungeon sein zehntes Jubiläum. Das Spiel verkaufte sich über 14 Millionen Mal und prägte maßgeblich das moderne Action-Roguelike-Genre. Nun arbeitet der Entwickler Dodge Roll an einem Nachfolger, der den Geist des Originals bewahren soll.
Dave Crooks, Designer bei Dodge Roll, äußerte kürzlich ambivalente Gefühle zum aktuellen Stand der Roguelikes. Zwar begrüßt er das Wachstum des Genres, kritisiert aber gleichzeitig einige aktuelle Entwicklungen in seiner Weiterentwicklung. Enter the Gungeon erschien erstmals 2016 und verband bullet-hell-Kämpfe mit Roguelike-Mechaniken. Sein Erfolg beeinflusste unzählige Spiele und setzte einen Standard für schnelles, wiederspielbares Action-Gameplay. Ein Jahrzehnt später arbeitet das Team an Enter the Gungeon 2 – diesmal mit einem 3D-Artstyle, aber mit unverändertem Kerngameplay.
In einem aktuellen Interview benannte Crooks seine Bedenken zur Richtung des Genres. Viele moderne Roguelikes, darunter Titel wie Minos, hätten seiner Meinung nach den rohen, unberechenbaren Charme des ursprünglichen Rogue verloren. Stattdessen setze man zunehmend auf Fortschrittssysteme und glücksspielähnliche Mechaniken – eine Entwicklung, die er auf den Einfluss von Vampire Survivors zurückführt. Spiele wie Balatro würden diese Elemente sogar noch verstärken, statt sich auf die traditionelle Unvorhersehbarkeit des Genres zu besinnen.
Trotz seiner Kritik bleibt Crooks entschlossen, mit Enter the Gungeon 2 ein reines Roguelike-Erlebnis zu schaffen. Der Nachfolger soll bewusst auf fortschrittslastiges Design verzichten und stattdessen auf präzises Gameplay sowie das chaotische Flair des ersten Teils setzen. Mit Enter the Gungeon 2 in der Entwicklung stellt sich Dodge Roll gegen einige der neueren Genre-Trends. Ob die Spieler mit den 3D-Visuals und den verfeinerten Mechaniken noch ein klassisches Roguelike-Feeling verbinden, wird sich zeigen. Crooks' Aussagen unterstreichen derweil eine wachsende Debatte darüber, was das Genre heute eigentlich ausmacht.






