04 April 2026, 10:05

Energiekrise bremst Deutschlands Wirtschaft: Wachstum halbiert und Inflation steigt

Schwarzer Hintergrund mit weißer Schrift, die "Prognose vs Vorhersage: Vorhersagen ist eine Frage der Sicherheit, Prognosen eine Frage des Ungewissen." lautet.

Energiekrise bremst Deutschlands Wirtschaft: Wachstum halbiert und Inflation steigt

Die konjunkturellen Aussichten Deutschlands haben sich deutlich eingetrübt, da steigende Energiepreise die Wachstumserwartungen halbiert haben. Fühende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren nun für 2026 nur noch ein bescheidenes Plus von 0,6 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Schätzungen. Der seit 2023 andauernde Iran-Krieg hat die Kosten für Öl und Gas in die Höhe getrieben und belastet sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte gleichermaßen.

Die aktuellen Zahlen stammen aus einer gemeinsamen Frühjahresprognose von sechs renommierten Wirtschaftsforschungsinstituten in Deutschland und Österreich. Ihre Erkenntnisse werden die eigenen Prognosen der Regierung prägen, die am 22. April veröffentlicht werden sollen. Im März 2026 stiegen die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent – der erste Anstieg seit Dezember 2023. Dieser Preisschub trieb die Inflation auf 2,7 Prozent, den höchsten Stand seit Januar 2024. Die Kosten für Kraftstoffe wie Benzin, Diesel und Heizöl sind aufgrund des Konflikts im Iran gestiegen. Die Industrie-Strompreise, die seit 2022 bereits zwei- bis dreimal höher liegen als in den USA oder China, verschärfen die Belastung für die Unternehmen zusätzlich.

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Die Betriebe geben diese Mehrkosten an die Verbraucher weiter, was die Preise weiter nach oben treibt. Ökonomen warnen, dass kurzfristige staatliche Eingriffe zur Deckelung der Energiepreise mehr schaden als nutzen könnten. Stattdessen fordern sie gezielte Unterstützung für einkommensschwache Haushalte, die mit den gestiegenen Kosten zu kämpfen haben.

Die Institute erwarten nun, dass die Inflation hartnäckig hoch bleibt – im Schnitt bei 2,8 Prozent im Jahr 2026 und 2,9 Prozent im Jahr 2027. Für 2027 wird ein Wachstum von 0,9 Prozent prognostiziert, eine leichte Verbesserung, aber weiterhin schwach. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte die Notwendigkeit mutiger Reformen, um die Konjunktur wiederzubeleben, und bezeichnete die aktuelle Lage als "Weckruf für die Politik".

Die überarbeiteten Prognosen unterstreichen die anhaltenden Folgen der Energiekrise für die deutsche Wirtschaft. Da die Inflation voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren über 2,5 Prozent bleiben wird, stehen Haushalte und Unternehmen weiterhin unter Druck. Der bevorstehende Wirtschaftsbericht der Regierung wird zeigen, ob neue Maßnahmen ergriffen werden, um die Belastungen zu mildern.

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