Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutigen Kampf gegen Antisemitismus
Nico KellerDieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutigen Kampf gegen Antisemitismus
Der Komiker Dieter Nuhr hat den Leo-Baeck-Preis erhalten, die höchste Auszeichnung des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Ehrung würdigt seine unmissverständliche Kritik an Antisemitismus in Medien und öffentlicher Debatte. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats, lobte Nuhr dafür, dass er mit Doppelstandards und Vorurteilen aufräumt.
Der mit 15.000 Euro dotierte Leo-Baeck-Preis ist nach dem Rabbiner Leo Baeck benannt. Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.
In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass Antisemitismus nicht nur im rechtsextremen Milieu existiere, sondern auch in linksextremen Kreisen und unter kulturellen Eliten zu finden sei. Er behauptete, viele, die sich als Antifaschisten bezeichneten, verträten selbst antisemitische Ansichten und untergrüben damit ihre eigene Haltung. Schuster hatte zuvor deutschen Medien vorgeworfen, antisemitische Narrative zu schüren und bei der Berichterstattung über Israel und das Judentum mit zweierlei Maß zu messen.
Auch Ahmed Mansour würdigte Nuhr dafür, dass er Meinungen äußere, die andere nicht zu formulieren wagten. Schuster hob insbesondere Nuhrs konsequentes Engagement hervor, mit dem er Vorurteile und Hass in den öffentlichen Rundfunkanstalten aufdeckt.
Die Auszeichnung unterstreicht Nuhrs Rolle im Kampf gegen Antisemitismus über das gesamte politische Spektrum hinweg. Seine Äußerungen und die Anerkennung durch den Zentralrat lenken die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Vorurteile in Gesellschaft und Medien. Der Preis führt die Tradition fort, Persönlichkeiten zu ehren, die sich für Menschenwürde und Gerechtigkeit einsetzen.






