Bundesweiter Apothekenstreik: Protest für faire Vergütung und Überlebenssicherung
Niklas Müller80 Prozent der MV Apotheken am Montag geschlossen - Bundesweiter Apothekenstreik: Protest für faire Vergütung und Überlebenssicherung
Apotheker in ganz Deutschland protestieren am Montag für höhere Gebühren
Apotheker in Deutschland legen am Montag bundesweit die Arbeit nieder, um höhere Vergütungen zu fordern. Der Streik ist die Folge jahrelanger eingefrorener Zahlungen, durch die viele Apotheken kaum noch wirtschaftlich arbeiten können. In Mecklenburg-Vorpommern bleiben die meisten nicht-notdiensthabenden Apotheken im Rahmen der Aktion für einen Tag geschlossen.
Im Mittelpunkt der Proteste steht die pauschale Vergütung, das sogenannte Fixum, das seit 2013 bei 8,35 Euro pro Packung liegt. Die Apotheker fordern eine sofortige Erhöhung auf 9,50 Euro – wie im Koalitionsvertrag von Union und SPD für Mai 2025 vereinbart. Sie argumentieren, dass 13 Jahre ohne Anpassungen den Sektor massiv unterfinanziert hätten. Seit Beginn der Einfrierung mussten rund 20 Prozent der Apotheken schließen.
In Mecklenburg-Vorpommern werden über 80 Prozent der nicht am Notdienst beteiligten Apotheken ihre Türen schließen. Die Region zählt derzeit noch etwa 350 Apotheken, doch ihre Zahl sinkt kontinuierlich. Der Notdienst bleibt aufrechterhalten, sodass die Versorgung in dringenden Fällen gewährleistet ist. Patienten wurden aufgefordert, nicht dringende Besuche auf Dienstag zu verschieben.
Der Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern erwartet, dass sich mehrere hundert lokale Apotheker einer größeren Demonstration in Berlin anschließen werden. Ihre zentrale Forderung: Die Regierung muss ihr Versprechen einlösen und die zugesagte Gebührenerhöhung ohne weitere Verzögerung umsetzen. Die Apotheker verweisen zudem auf ihre Rolle bei der Aufrechterhaltung der dezentralen Arzneimittelreserven in Deutschland – ein System, das durch die finanzielle Belastung zunehmend an seine Grenzen stößt.
Der Protest unterstreicht die finanzielle Notlage des deutschen Apothekennetzes nach mehr als einem Jahrzehnt stagnierender Förderung. Da bereits viele Betriebe schließen mussten, drängt die Branche auf schnelle Lösungen bei der Gebührenanpassung. Das Ergebnis des Montagsstreiks könnte entscheiden, ob in den kommenden Jahren weitere Apotheken ihre Pforten für immer schließen müssen.






