Bunde in Niedersachsen kämpft um seinen letzten Hausarzt – die Krise eskaliert
Niklas Müller"Wut im Bauch" - wo der Arztmangel in Niedersachsen frustriert - Bunde in Niedersachsen kämpft um seinen letzten Hausarzt – die Krise eskaliert
Bunde in Niedersachsen droht nur noch ein Hausarzt zu bleiben
Die kleine Gemeinde Bunde in Niedersachsen könnte bald nur noch einen einzigen Hausarzt haben. Ein zweiter Allgemeinmediziner plant, am 1. Oktober 2024 in den Ruhestand zu gehen – Tausende Patienten stehen dann vor eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten. Der Ärztemangel spiegelt eine bundesweite Krise wider: Während die Nachfrage steigt, tun sich ländliche Regionen zunehmend schwer, medizinisches Personal zu gewinnen.
Dr. Holger Plochg, einer der verbleibenden Hausärzte in Bunde, versorgt mittlerweile alle drei Monate rund 3.000 Patienten – das Fünffache seiner früheren Arbeitsbelastung. Er warnt, dass Deutschland 4.000 bis 5.000 zusätzliche Medizinstudienplätze benötige, um den Mangel zu bekämpfen. Doch selbst nach jüngsten Aufstockungen bietet Niedersachsen pro Kopf noch immer weniger Plätze als fast alle anderen Bundesländer.
Allein im Dezember 2023 blieben in Niedersachsen 447 Hausarztstellen unbesetzt. Besonders betroffen sind ländliche Gemeinden, wo Patienten lange Wartezeiten oder weite Fahrten zu Fachärzten in Kauf nehmen müssen. Der Dermatologe Bernd Brinker aus Weener behandelt etwa Menschen, die bis zu 80 Kilometer zurücklegen, um versorgt zu werden.
Die Landesregierung hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um die Krise abzumildern. Dazu gehören eine Landarztquote und 80 zusätzliche Studienplätze ab 2024. Doch Dr. Plochg hält die Ausweitung für zu langsam, um den dringenden Bedarf zu decken.
Ohne mehr Ärzte werden ländliche Gemeinden wie Bunde weiterhin den Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung verlieren. Die Maßnahmen des Landes sollen Abhilfe schaffen, doch Lücken bleiben. Bis dahin müssen Patienten und überlastete Hausärzte ein System meistern, das am Limit operiert.
2026 Update: Rural GP Shortage Persists Despite State Measures
New 2026 data reveals hundreds of unstaffed general practitioner practices remain in Niedersachsen, with rural areas most affected. This confirms the crisis highlighted in Bunde continues unabated, despite the state's 10-point plan introduced in February 2025. The Landesregierung's strategy—focusing on training and rural incentives—has failed to close the gap, leaving patients reliant on long-distance travel for care.






