05 June 2026, 12:42

Anonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxische Vorwürfe gegen Intendantin

Anonymes Schreiben im Fürther Stadttheater: Unterstützung für Intendantin Stolz von innen

Anonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxische Vorwürfe gegen Intendantin

Anonymer Brief sorgt für Unruhe am Stadttheater Fürth

Ein anonymer Brief hat am Stadttheater Fürth für Aufruhr gesorgt. Darin wird der künstlerischen Leiterin, Dr. Silvia Stolz, vorgeworfen, ein toxisches Arbeitsklima zu fördern. Die Vorwürfe beschreiben eine Kultur der Angst und psychische Belastungen – obwohl das Theater unter ihrer Führung beachtliche Erfolge verzeichnet. In der Spielzeit 2024/2025 besuchten über 100.000 Zuschauer die Vorstellungen, mehr als 95.000 Karten wurden verkauft.

Der Brief, der behauptet, im Namen von 25 festangestellten Mitarbeitenden zu sprechen, zeichnet ein düsteres Bild der Arbeitsbedingungen unter Stolz’ Leitung. Trotz der Anerkennung künstlerischer Erfolge werden weitverbreitetes Misstrauen und emotionale Belastungen beschrieben. Da keine Namen genannt werden, bleiben die Vorwürfe unverifiziert – und auch die Authentizität des Schreibens ist fraglich.

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Der Dramaturg Udo Eidinger wies die Vorstellung zurück, der Brief spiegle die Meinung der gesamten Belegschaft wider. Anonymität untergrabe dessen Glaubwürdigkeit, betonte er, und viele Beschäftigte seien vorab nicht zu den Inhalten konsultiert worden. Eidinger kritisierte zudem den gewählten Weg: Wer Bedenken habe, solle zunächst das direkte Gespräch suchen, statt öffentliche Anschuldigungen zu erheben.

Er ging noch einen Schritt weiter und deutete an, solche anonymen Schreiben seien in anderen Theatern fast schon zur Routine geworden – ein Hinweis darauf, dass es sich hier keineswegs um einen Einzelfall handeln könnte. Unterdessen stellte sich der Theateraufsichtsratsvorsitzende Maurice Schönleben (SPD) hinter Stolz. Er lobte ihre Führung seit dem Amtsantritt im November 2023 und bezeichnete sie als die richtige Person, um den Wandel der Institution zu begleiten.

Auch Eidinger räumte Stolz’ positive Bilanz ein: Sie habe die Verbindung des Theaters zur Stadt gestärkt und es der Bevölkerung zugänglicher gemacht. Ihre Arbeit gehe weit über die üblichen Aufgaben einer Intendantin hinaus. Trotz der Kontroverse laufen die Vorbereitungen für eine anstehende Premiere weiter – viele Mitarbeitende zeigen sich weiterhin engagiert. Andere hingegen bleiben verunsichert und warten auf eine klärende Lösung.

Der Spielbetrieb geht indes wie geplant weiter, Proben und Aufführungen finden wie vorgesehen statt. Die Vorwürfe aus dem Brief sind bisher nicht belegt, die Fragen zum Arbeitsklima bleiben offen. Fürs Erste genießt Stolz weiterhin die Rückendeckung wichtiger Unterstützer, während die Belegschaft auf weitere Entwicklungen wartet.

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