ZDK fordert digitale Klimadatenbank statt Papieretiketten für Autos
Charlotte JägerZDK fordert digitale Klimadatenbank statt Papieretiketten für Autos
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) drängt auf eine grundlegende Reform des aktuellen Fahrzeugkennzeichnungssystems. Als Reaktion auf einen Vorschlag der Europäischen Kommission fordert der Verband das Ende der papierbasierten Etiketten in Autohäusern. Stattdessen soll eine neue digitale "Klimadatenbank" klarere und besser zugängliche Informationen zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen liefern.
Der Vorstoß des ZDK erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Kommission die Verordnung (EU) 2019/631 überarbeiten will, die ab Mitte Dezember 2025 in vollem Umfang in Kraft treten soll. Diese Verordnung hat bereits seit 2019 strengere CO₂-Grenzwerte für Fahrzeugflotten eingeführt und sieht zwischen 2023 und 2026 kontinuierliche Anpassungen vor. Deutsche Hersteller und Händler stehen dabei unter zunehmendem Druck – durch Strafen und Compliance-Anforderungen, insbesondere bei Verbrennermodellen.
Laut ZDK hat das aktuelle papierbasierte System seine Ziele verfehlt. Verbandpräsident Burkhard Weller betont, dass ein Umstieg auf digitale Informationen unverzichtbar sei. Im Rahmen des neuen Konzepts würden die Hersteller eine zentrale Datenbank pflegen, die Verbrauchswerte, Emissionen und weitere Fahrzeugdaten umfasst. Dies soll die Datenqualität erhöhen und Verbraucherschutzprobleme vermeiden.
Für eine nutzerfreundliche Lösung schlagen die Händler vor, QR-Codes in den Ausstellungsräumen anzubringen, die direkt zur Datenbank verlinken. Kunden ohne Smartphone könnten die Informationen über Terminals im Autohaus abrufen. Die Europäische Kommission könnte die Datenbank überwachen, um Transparenz und Richtigkeit zu gewährleisten. Als Grundlage für das neue System könnte eine bestehende Datenstruktur der DAT dienen.
Unterdessen drehen sich die legislativen Debatten im Bayerischen Landtag und im Bundestag (beide im März 2026) um die Überarbeitung der CO₂-Standards für leichte Nutzfahrzeuge. Kritiker verweisen auf steigende Kosten, etwa durch höhere Kraftstoffsteuern – 14,7 Cent pro Liter Diesel und 13,2 Cent pro Liter Benzin – sowie schärfere Kontrollen für ältere Fahrzeuge.
Die geplante digitale Datenbank würde die veralteten Papieretiketten ersetzen und einen einfachen Vergleich zwischen verschiedenen Fahrzeugmodellen ermöglichen. Bei einer Umsetzung würde die Datenpflege zentral bei den Herstellern liegen, was Fehler reduziert und den Verbraucherzugang verbessert. Die endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission über die geänderte Verordnung wird zeigen, wie schnell diese Änderungen wirksam werden.






