03 April 2026, 08:05

Warum Mitarbeiter Produktivität vortäuschen – und was wirklich zählt

Zwei Fabrikarbeiter in blauen Uniformen bedienen Maschinen, mit industrieller Ausstattung und einer Wandtafel im Hintergrund.

Warum Mitarbeiter Produktivität vortäuschen – und was wirklich zählt

Eine neue Umfrage des Jobportals Indeed zeigt: Viele Arbeitnehmer fühlen sich unter Druck, beschäftigt zu wirken, statt sich auf tatsächliche Produktivität zu konzentrieren. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ist überzeugt, dass ihre Arbeitgeber Sichtbarkeit höher bewerten als Ergebnisse. Die Erkenntnisse kommen zu einer Zeit, in der immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter nach Jahren flexiblen Arbeitens zurück ins Büro drängen.

Laut der Studie würden 66,2 Prozent der Arbeitnehmer eine Gehaltskürzung von fünf Prozent in Kauf nehmen, wenn ihre Leistung ausschließlich an Ergebnissen gemessen würde. Dennoch gaben zwei Drittel im vergangenen Jahr zu, Produktivität vorzutäuschen, um Erwartungen zu erfüllen. Einige setzten ihren Online-Status sogar manuell auf "verfügbar", während sie im Homeoffice arbeiteten – 27,7 Prozent taten dies aus Angst, als unproduktiv wahrgenommen zu werden.

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Hinter diesem Verhalten steht oft eine Kultur der Präsenzpflicht. Rund 32,5 Prozent der Beschäftigten machen die Bürokultur dafür verantwortlich, 31,6 Prozent fürchten um ihren Arbeitsplatz. Andere bleiben abends länger im Büro, obwohl sie keine Aufgaben mehr haben – 25,4 Prozent tun dies schlicht, weil auch ihr Vorgesetzter noch anwesend ist.

Die Rückkehr zur Büroarbeit gewinnt an Fahrt. Deutsche Unternehmen wie SAP, Otto und Volkswagen verschärfen bereits die Anwesenheitsregeln. Viele Firmen rudern bei den in der Pandemie eingeführten flexiblen Modellen zurück, auch wenn die genauen Zahlen unklar bleiben.

Die Daten zeigen eine Kluft zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Produktivität in modernen Arbeitswelten. Zwar sind Arbeitnehmer bereit, Gehalt für fairere Bewertungen zu opfern – doch viele fühlen sich weiterhin gezwungen, für Sichtbarkeit zu performen. Während immer mehr Unternehmen Büropräsenz vorschreiben, dürfte der Konflikt zwischen Anwesenheit und Leistung weiter zunehmen.

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