Volksfeste und Herrenschneiderei werden deutsches Kulturerbe – doch der Döner fehlt
Nico KellerVolksfeste und Herrenschneiderei werden deutsches Kulturerbe – doch der Döner fehlt
Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die neuesten Auswahlentscheidungen bekannt. Dazu zählen die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie das Handwerk der Herrenschneiderei.
Die Entscheidung würdigt langjährige deutsche Bräuche. Schausteller, bekannt für ihre lebhaften Auftritte auf Volksfesten, reihen sich nun in die Liste der anerkannten Traditionen ein – neben der Ostseefischerei, dem Straßenfußball auf dem Bolzplatz und den St.-Martins-Umzügen im Rheinland.
Die Aufnahme des handwerklichen Herrenschneiderhandwerks könnte im Ausland auf Verwunderung stoßen. Länder wie Italien und Frankreich gelten gemeinhin als führend in diesem Bereich. Doch nun hat auch das deutsche Handwerk offizielle Anerkennung erhalten.
Einige bekannte Aspekte der deutschen Kultur blieben unerwähnt. Der Döner Kebab, ein beliebtes Straßenessen, erhielt die Auszeichnung nicht. Ebensowenig unabhängige, linksgerichtete Buchhandlungen. Selbst die SPD-Festbratwurst beim Sommerfest schaffte es nicht auf die Liste.
Die Bekanntgabe folgt auf eine jüngste Kontroverse. Weimer hatte zuvor ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autorinnen und Autoren aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds gestrichen. Dieser Schritt löste Proteste von Kulturministern und Senatoren in acht SPD-geführten Bundesländern aus.
Die aktualisierte Liste umfasst nun 150 Traditionen und Bräuche – von regionalen Festen bis hin zu handwerklichen Fertigkeiten. Die Auswahl spiegelt Deutschlands Bemühungen wider, seine vielfältige kulturelle Identität zu bewahren.






