"Stuttgart 21" öffnet Baustelle erstmals für Besucher an Ostern
Stuttgarts riesiges Bahnprojekt "Stuttgart 21" öffnet über das Osterwochenende seine Baustelle für die Öffentlichkeit. Vom Karsamstag bis Ostermontag können Besucher Teile des neuen unterirdischen Hauptbahnhofs erkunden. Der Eintritt ist kostenlos, erfordert jedoch eine vorherige Reservierung – bis zu 78.000 Menschen werden an den drei Tagen erwartet.
Die Veranstaltung findet täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr statt und bietet einen seltenen Einblick in den Fortschritt des Großprojekts. Die Gäste können die markanten "Lichtaugen" des Bahnhofs bestaunen – Oberlichter, die den unterirdischen Raum fluten – und die Hauptallee von einer erhöhten Position aus betrachten. Die Veranstalter informieren zudem über verbundene Vorhaben wie das historische Bonatz-Bauwerk, das später Geschäfte, Restaurants und ein Hotel beherbergen soll. dessen Fassade und Zugänge, darunter Rolltreppen und Aufzüge, sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.
Die kostenlosen Tickets müssen vorab über die Projektgesellschaft Bahnprojekt Stuttgart–Ulm gebucht werden, wobei pro Person maximal sechs Karten reserviert werden können. Der unterirdische Bahnhof bildet das Herzstück von Stuttgart 21: Er ersetzt den alten Kopfbahnhof durch einen Durchgangsbahnhof, um den Zugverkehr zu optimieren. Allerdings verzögert sich die Teilinbetriebnahme – ein neuer Fahrplan wird frühestens Mitte 2026 erwartet. Einige Berichte deuten sogar an, dass die vollständige Inbetriebnahme erst 2029 oder 2030 erfolgen könnte, was die Verantwortlichen jedoch nicht bestätigt haben.
Das übergeordnete Bahnprojekt Stuttgart–Ulm umfasst auch die seit 2022 betriebene Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Wendlingen und Ulm. Gleichzeitig laufen die Bauarbeiten an zentralen Abschnitten wie dem Pfaffensteigtunnel (Fertigstellung 2032) und der Gäubahn-Anbindung zum Flughafen (geplant zwischen 2027 und 2032). Nach Abschluss wird das Projekt rund 56–61 Kilometer Tunnelröhren, 11–12 Tunnel und 100–120 Kilometer neue Gleise umfassen – und damit das Stuttgarter Schienennetz mit Haltepunkten, Brücken und Unterführungen grundlegend umgestalten.
Die Osteröffnung gibt der Bevölkerung die Gelegenheit, die Veränderungen hautnah mitzuerleben. Zwar steht das genaue Fertigstellungsdatum des Bahnhofs noch in den Sternen, doch schreitet das Projekt schrittweise voran. Mit dem Baufortschritt werden in den kommenden Monaten auch aktuelle Informationen zu Gleis- und Tunnelarbeiten erwartet.






