Steinmeier ruft zum ersten "Tag der Ehre" für mehr bürgerschaftliches Engagement auf
Niklas MüllerSteinmeier ruft zum ersten "Tag der Ehre" für mehr bürgerschaftliches Engagement auf
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den 23. Mai zum jährlichen „Tag der Ehre“ erklärt, um an den Jahrestag des Grundgesetzes zu erinnern. Die neue Tradition soll ehrenamtliches Engagement und bürgerschaftliches Handeln im gesamten Land fördern. Steinmeier hofft, dass der Tag vor allem junge Menschen motiviert, sich in ihren Gemeinden einzubringen.
Während eines Besuchs in einem Berliner Gemeinschaftsgarten pflanzte er Zucchinisetlinge und erntete Spinat. Mit dieser symbolischen Geste unterstrich er seinen Aufruf zu aktiver Teilhabe an der Demokratie.
Der gewählte Termin fällt mit der Verkündung des Grundgesetzes im Jahr 1949 zusammen. Steinmeier bezeichnete die Verfassung als „Grundpfeiler der gesellschaftlichen Einheit“ und als gemeinsame Leistung. Der Tag soll kein gesetzlicher Feiertag werden, sondern ein Anlass zum Innehalten und Handeln sein.
In seiner Rede betonte der Bundespräsident, dass Demokratie dann gedeiht, wenn Bürgerinnen und Bürger Eigeninitiative zeigen. „Sie braucht Menschen, die die Ärmel hochkrempeln“, sagte er. Er rief die Deutschen auf, den Tag für gemeinsame Projekte zu nutzen – ob durch Nachhilfe, Gartenarbeit oder andere freiwillige Tätigkeiten.
Im Neuköllner Garten arbeitete Steinmeier Seite an Seite mit Anwohnern beim Pflanzen und Ernten. Der Besuch veranschaulichte seine Botschaft, dass kleine, praktische Handlungen den Zusammenhalt in der Gemeinschaft stärken. Zudem hob er hervor, dass solche Aktivitäten Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen und ein Gefühl gemeinsamer Verantwortung fördern.
Langfristig wünscht sich Steinmeier, dass der Tag der Ehre zu einer dauerhaften Tradition wird. „Es soll ein Tag sein, an dem wir uns vornehmen, gemeinsam etwas zu tun – für andere und für unser Land“, erklärte er. Im Mittelpunkt stehen dabei bürgerschaftliches Engagement auf lokaler Ebene und nicht offizielle Zeremonien.
Der erste Tag der Ehre findet am 23. Mai statt und markiert das 75-jährige Jubiläum des Grundgesetzes. Steinmeiers Initiative setzt auf praktische Mitwirkung – von Mentorenprogrammen bis zu Nachbarschaftsprojekten. Die Vision des Bundespräsidenten verbindet das Erbe der Verfassung mit alltagsnahen Akten der Solidarität und Zusammenarbeit.






