St.-Johannis-Kirche in Soltau startet Millionen-Sanierung historischer Kunstschätze 2025
Charlotte JägerSt.-Johannis-Kirche in Soltau startet Millionen-Sanierung historischer Kunstschätze 2025
Die St.-Johannis-Kirche in Soltau bereitet sich auf die zweite Phase ihrer Sanierung vor, die im Frühjahr 2025 beginnen soll. Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die Bausubstanz des Gebäudes, darunter die historischen Wand- und Deckengemälde. Die Finanzierung des Projekts hat bereits eine teilweise Freigabe durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags erhalten.
Die Kirche, die ursprünglich zwischen 1907 und 1908 erbaut wurde, steht auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus, der 1906 durch einen Brand zerstört worden war. Ihre erste große Renovierung fand 1972–1973 statt und verwandelte sie in einen multifunktionalen Raum für Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen. Die kürzlich abgeschlossene erste Sanierungsphase, die Mitte 2023 beendet wurde, modernisierte den Gemeindesaal und die Gruppenräume und schuf neue Zugänge, um die Barrierefreiheit zu verbessern.
In der anstehenden zweiten Phase werden zentrale strukturelle und künstlerische Elemente angegangen. Die alte Dämmung über dem Tonnengewölbe wird erneuert, die Fensterisolierung verbessert und die Elektroinstallation auf den neuesten Stand gebracht. Zwei bedeutende Wandgemälde – das Deckenbild von Carl Wiederhold aus dem Jahr 1907 und das Werk von Rudolf Schäfer von 1921 – werden sorgfältig restauriert. Wiederholds Gemälde befindet sich in relativ gutem Zustand, benötigt jedoch eine Reinigung, die Behebung von Rissen und kleinere Ausbesserungen. Schäfers Werk hingegen ist in einem schlechteren Zustand und muss vor der Reinigung zunächst stabilisiert werden.
Nach der Restaurierung wird das Innere der Kirche in einem warmen Elfenbeinton gestaltet, der die leuchtenden Farben der Gemälde und Fresken zur Geltung bringen soll. Im Rahmen der Sanierung wird auch geklärt, wann die Orgel von 1968 restauriert werden kann, da Staub und Bauschutt vermieden werden müssen, um Schäden zu verhindern.
Die Gesamtkosten der zweiten Phase belaufen sich auf über eine Million Euro, wobei bereits 520.000 Euro aus dem Bundeshaushalt bewilligt wurden. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Kirche weiterhin Veranstaltungen wie die Konzertreihe Musikalischer März im Jahr 2026 beherbergen, die am 5. und 14. März sowie an weiteren Terminen Messen, Chorwerke und Auftritte von Musikgruppen umfasst.
Die Sanierung sichert die langfristige Erhaltung der St.-Johannis-Kirche als historisches Wahrzeichen und kulturellen Mittelpunkt. Mit modernisierter Infrastruktur und restaurierten Kunstwerken bleibt das Gebäude ein zentraler Ort für Gottesdienste und Gemeinschaftsveranstaltungen in Soltau.