Vom Hype zur Parodie: Wie der Duckface-Trend eine Gegenbewegung auslöste
Nico KellerVom Hype zur Parodie: Wie der Duckface-Trend eine Gegenbewegung auslöste
Eine Gesichtspose namens "Duckface" erlebte Anfang der 2010er-Jahre, vor allem bei jungen Frauen, einen regelrechten Hype. Der Trend bestand aus übertrieben schmollenden oder küssenden Mundstellungen auf Fotos, die häufig in sozialen Medien geteilt wurden. Obwohl keine bestimmten Prominenten mit seiner Verbreitung in Verbindung gebracht wurden, galt die Pose als Aufmerksamkeitssgarant auf Dating-Plattformen und anderen Online-Kanälen.
Doch der Duckface-Trend stieß bald auf Kritik und löste eine Gegenbewegung aus. Ein "Anti-Duckface"-Blog und eine entsprechende Facebook-Seite entstanden, die dazu aufriefen, die Pose abzulehnen. Die Ablehnung verstärkte sich, als das deutsche Comedy-Trio Y-Titty sich einschaltete.
2011 initiierte die Gruppe den "Anti-Duckface-Tag", der im ersten Jahr rund 21.000 Teilnehmer anzog. 2012 wurde die Aktion wiederholt, diesmal mit Feiern am 22. Juli. Unterstützer teilten alternative Fotos – oft mit neutralen oder humorvollen Mienen –, um den ursprünglichen Trend auf die Schippe zu nehmen.
Die Anti-Duckface-Bewegung gewann durch Online-Kampagnen und gezielte Veranstaltungen an Fahrt. Bis 2012 hatte sie sich als spielerischer Protest gegen die Schmollpose etabliert. Die wachsende Beteiligung zeigte, wie sich bei manchen Social-Media-Nutzern der Umgang mit der eigenen Selbstdarstellung veränderte.