06 May 2026, 14:14

Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU zeigt erste Risse

Wiederwahl von Jens Spahn

Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU zeigt erste Risse

Jens Spahn hat sich eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesichert und dabei 86,5 Prozent der Stimmen erhalten. Das Ergebnis offenbart jedoch eine wachsende Unzufriedenheit in der Partei, da fast jeder fünfte Abgeordnete ihm die Unterstützung verweigerte.

Bei der Abstimmung stimmten 167 der 196 anwesenden Parlamentarier für Spahn, während sich 26 gegen ihn aussprachen und drei sich der Stimme enthielten. Obwohl es keinen Gegenkandidaten gab, unterstützten nur 80 Prozent der vollen 208-köpfigen Fraktion seine Führung – ein klares Zeichen für Unmut in Teilen der Partei.

Spahns Amtszeit als Gesundheitsminister bleibt umstritten, insbesondere seine Handhabung der Maskenbeschaffung während der Pandemie. Kritiker warfen ihm vor, leichtsinnig mit Steuergeldern umgegangen zu sein, da die Verträge fast 6 Milliarden Euro kosteten. Dennoch hinderten diese Bedenken viele in der Union nicht daran, ihn erneut zu wählen.

Seine Führung stand auch wegen anderer Fehltritte in der Kritik, etwa dem gescheiterten Kanzlerkandidatur-Vorstoß und der Rücknahme von Richterernennungen. Das Ergebnis wirft nun Fragen über die Position von Kanzler Friedrich Merz auf, während die Partei in Umfragen hinter der rechtspopulistischen AfD zurückliegt.

Für Merz ist das Votum eine Warnung: Der Druck auf die CDU wächst, die internen Spannungen und den schwindenden Rückhalt in der Bevölkerung zu bewältigen.

Spahns Wiederwahl unterstreicht sowohl seinen anhaltenden Einfluss als auch die Risse in der Union. Angesichts der schlechten Umfragewerte könnte sich der Fokus bald auf Merz’ Führung richten. Das Abstimmungsergebnis deutet darauf hin, dass auf Deutschlands konservativen Block weitere Herausforderungen zukommen.

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