09 May 2026, 22:05

Skandal um Biennale Venedig: Jury-Boykott erschüttert Kunstwelt bis November

Plakat für ein Festival in Wien, Österreich, mit einem Gemälde von einem Jungen und einem Mädchen nebeneinanderstehend mit ihren Armen umeinander, begleitet von Text.

Skandal um Biennale Venedig: Jury-Boykott erschüttert Kunstwelt bis November

Die Biennale von Venedig 2025 hat unter dem Motto „In Moll“ eröffnet, kuratiert von Koyo Kouoh. Bis zum 22. November präsentiert die Ausstellung 100 nationale Pavillons und 111 Künstler:innen. Doch die Eröffnung steht im Schatten einer Kontroverse, nachdem die internationale Jury einen Boykott gegen zwei teilnehmende Länder angekündigt hat.

Der Streit führte zum Rücktritt aller fünf Jurymitglieder, wodurch die Vergabe der Goldenen Löwen verschoben wurde. Stattdessen wurde ein neues Publikumsvoting eingeführt. Zu den 31 Begleitveranstaltungen der Biennale zählt Portugals Beitrag „RedSkyFalls“ von Alexandre Estrela im Palazzo Fondaco Marcello. Auch Brasilien und Osttimor vertreten in diesem Jahr die lusophone Welt.

Der israelische Pavillon„Rose des Nichts“ wird von Michael Gov zusammen mit Avital Bar-Shay und Sorin Heller kuratiert und zeigt Werke des Künstlers Belu-Simion Fainaru. Russland kehrt nach den Abwesenheiten 2022 und 2024 mit „Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel“ zurück, kuratiert von Anastasiia Karneeva.

Die internationale Jury boykottierte die Teilnahme Israels und Russlands mit Verweis auf deren Regierungschefs, denen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen werden. Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten diese Entscheidung jedoch ab. Daraufhin trat die gesamte Jury zurück, woraufhin die Organisator:innen die Verleihung der Goldenen Löwen verschieben mussten.

Ein neuer Preis, die „Löwen der Besucher:innen“, soll nun durch Publikumsvoting die Gewinner:innen bestimmen. Unterdessen hat Estrela die Teilnahme Russlands und Israels öffentlich kritisiert.

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Die Biennale läuft noch bis Ende November, doch der Jury-Boykott und die Rücktritte haben das Vergabeverfahren verändert. Statt der traditionellen Goldenen Löwen entscheidet nun das Publikum über die „Löwen der Besucher:innen“. Trotz der anhaltenden Konflikte bleibt die Veranstaltung eine der größten Zusammenkünfte der zeitgenössischen Kunst.

Quelle