25 March 2026, 20:04

Schröder fordert SPD-Reformen und greift Parteiführung scharf an

Weißer Hintergrund mit zentrierter fetter schwarzer Schrift, die "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" enthält und von einem dünnen schwarzen Rand umgeben ist, in einer modernen professionellen Schriftart.

Schröder fordert SPD-Reformen und greift Parteiführung scharf an

Altkanzler Gerhard Schröder hat die SPD aufgefordert, eine mutige Reformagenda zu verfolgen, und die Partei dazu aufgerufen, zu den Grundsätzen seiner Agenda 2010 zurückzukehren. In scharfer Kritik warf er der aktuellen Führung vor, den Bezug zur Lebensrealität der Menschen verloren zu haben und sich zu sehr mit Nebensächlichkeiten statt mit der Wirtschaft zu beschäftigen.

Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die SPD unter Vizekanzler Lars Klingbeil Rentenreformen vorantreibt, die Schröders langjähriger Forderung nach einer Anhebung des Renteneintrittsalters und einer Reduzierung der Anreize für Frühverrentung entsprechen.

Schröder erinnerte zunächst an seine Wahlabendrede von 1998, in der er betonte, das Land müsse Vorrang vor der Partei haben. Diese Haltung wiederholte er und argumentierte, Politik solle dem Gemeinwohl dienen und nicht persönlichen oder parteipolitischen Interessen. Seine Worte erinnerten an jüngste Aussagen von Cem Özdemir in Baden-Württemberg, der einen ähnlichen Appell gerichtet hatte.

Anschließend kritisierte der Altkanzler die aktuelle Ausrichtung der SPD scharf. Die Doppelspitze der Partei bezeichnete er als "Quatsch mit Doppelspitze" und forderte deren Abschaffung. Zwar lobte er Klingbeil als "zweifellos einen guten Mann", bestehe aber auf mehr Rückhalt für den Vizekanzler innerhalb der Partei.

In der Sachpolitik warf Schröder der SPD vor, wirtschaftliche Prioritäten zu vernachlässigen. Er forderte eine erneute Debatte über das Renteneintrittsalter und verwies darauf, dass die letzte große Rentenreform zwei Jahrzehnte zurückliege. Seine Position deckt sich mit aktuellen SPD-Vorschlägen, darunter Klingbeils Rede 2026 für die Bertelsmann Stiftung, in der er für längere Erwerbsbiografien und weniger Anreize zur Frühverrentung plädierte. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbachs Plan vom März 2026, Renten für Besserverdiener zu deckeln, um Geringverdiener im Alter zu unterstützen, deutet auf einen Kurswechsel der Partei hin.

Schröder verlangte, dass etwaige Reformen mit Entschlossenheit und Mut umgesetzt werden. Ohne konsequentes Handeln, warnte er, drohe die SPD den Anschluss an die Bedürfnisse der Bürger zu verlieren.

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Der aktuelle Vorstoß der SPD für Rentenreformen spiegelt teilweise Schröders langjährige Forderungen nach einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit und einer Kürzung der Frühverrentungsleistungen wider. Seine Kritik an der Parteiführung und deren Schwerpunktsetzung erhöht den Druck für tiefgreifendere Veränderungen. Die Debatte über eine Anhebung des Renteneintrittsalters, die nun auch in der schwarz-roten Koalition an Fahrt aufnimmt, wird voraussichtlich künftige politische Entscheidungen prägen.

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