SAF-Boom: Warum Europas Flugbranche 2030 schon 6 % nachhaltigen Treibstoff braucht
Nico KellerSAF-Boom: Warum Europas Flugbranche 2030 schon 6 % nachhaltigen Treibstoff braucht
Die Nachfrage nach synthetischem nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) wird in den kommenden Jahren stark ansteigen. Bis 2030 könnte der globale Verbrauch auf 17 Millionen Tonnen pro Jahr klettern – das entspricht 4 bis 5 % des gesamten Flugtreibstoffs. Strengere Vorschriften, insbesondere in Europa, treiben diesen raschen Wandel hin zu umweltfreundlicherem Fliegen voran.
Die Europäische Union hat einige der weltweit strengsten SAF-Regelungen eingeführt. Ab 2025 müssen regionale Flughäfen sicherstellen, dass 2 % ihres Treibstoffs nachhaltig sind, bis 2030 steigt dieser Anteil auf 6 %. Eine zusätzliche Unterquote verlangt zudem, dass ab 2030 1,2 % des Kraftstoffs synthetischer eSAF sein müssen, bis 2035 sind es 5 %. Bis 2050 strebt die EU einen SAF-Anteil von 70 % an, davon 35 % aus synthetischen Quellen.
Erste Fortschritte deuten darauf hin, dass diese Ziele erreichbar sind. 2024 erreichte der SAF-Anteil in Europa mindestens 2 % – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu nur 0,6 % im Vorjahr. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte, dass die Region auf Kurs liege, um das Ziel für 2025 zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Ein namentlich nicht genannter EU-Beamter unterstrich diese Einschätzung und betonte, dass sich die Vorgaben bereits als wirksam erwiesen hätten.
Doch bleiben Herausforderungen. Die Vereinigung Airlines for Europe (A4E) hat eine Reduzierung der eSAF-Anforderungen gefordert und verweist auf begrenzte Verfügbarkeit und stark steigende Kosten. Die Europäische Kommission hingegen beharrt auf den Vorgaben. Zwar räumt sie Bedenken zur Bezahlbarkeit ein, lehnt eine Lockerung der Regeln jedoch ab. Stattdessen werde daran gearbeitet, eSAF zugänglicher zu machen.
Der EU-Druck für nachhaltigen Flugkraftstoff nimmt schneller Fahrt auf als erwartet. Da die Nutzung die frühen Ziele bereits übertrifft, rückt nun die Hochskalierung der synthetischen eSAF-Produktion in den Fokus. Die Regulierungsbehörden bleiben bei ihren Vorgaben unnachgiebig – die Airlines müssen sich in den kommenden Jahren auf strengere und kostspieligere Kraftstoffstandards einstellen.






