"Richi"-Meme: Familie stoppt kommerzielle Nutzung nach Jahrzehnten des Viral-Erfolgs
Nico Keller"Richi"-Meme: Familie stoppt kommerzielle Nutzung nach Jahrzehnten des Viral-Erfolgs
Ein Jahrzehnte altes Schweizer Fernsehvideo hat erneut für Aufsehen gesorgt, nachdem sich die betroffene Familie gegen dessen unautorisierte Nutzung ausgesprochen hat. Der "Richi"-Meme, der einen Jungen zeigt, der von einem Bagger fällt, begleitet vom lauten Ausruf seines Vaters, wurde vor Jahren zum viralen Hit. Nun fordert die Familie Schömbächler in Kanada ein Ende der kommerziellen Verwertung ohne ihre Zustimmung.
Der Meme tauchte erstmals 2010 in einer Folge der SRF-Sendung Auf und davon auf, die den Umzug der Schömbächlers nach Kanada dokumentierte. Die Aufnahme zeigt den jungen Richi, der vom Bagger stürzt, gefolgt vom dramatischen Ruf seines Vaters Hermann. Zwar hält der SRF teilweise die Rechte an den Aufnahmen, doch die Familie behält die Kontrolle über ihr Bild und ihre Stimmen.
Mit der Zeit entwickelte sich der Moment zu einem kulturellen Phänomen. Es entstanden Merchandise-Artikel wie Socken, Aufnäher und sogar ein Kinderbuch. Die Schweizer Band Stubete Gäng veröffentlichte 2022 einen Song mit dem Titel Richi, in dem der originale Tonausschnitt zu hören ist. Auch der Schweizer Eishockeyverband nutzte den Sound als Torhymne.
Im März 2026 meldete sich die Familie öffentlich zu Wort und argumentierte, der Meme verletze ihre Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte. Ihr Protest führte zu schnellen Änderungen: Stubete Gäng kündigte an, den Song ohne Hermanns Stimme neu aufzunehmen. Der Online-Händler Galaxus entfernte die entsprechenden Produkte, und der Eishockeyverband strich die Hymne. Auch der Urheber Zeki Bulgurcu entfernte den Sound aus seinen Werken. Dennoch verkauft Swissmeme weiterhin Richi-Themenartikel und erklärt, man stehe mit dem SRF in Verhandlungen über Lizenzen.
Die Schömbächlers hatten jahrelang Medienaufmerksamkeit gemieden, um die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen. Doch der anhaltende Meme hielt sie gegen ihren Willen im öffentlichen Blickfeld.
Durch das Einschreiten der Familie sahen sich mehrere Unternehmen und Organisationen gezwungen, Richi-bezogene Inhalte zu ändern oder zu löschen. Zwar bieten einige Händler weiterhin Merchandise an, doch der Fall wirft grundsätzliche Fragen zu Einwilligung und kommerzieller Nutzung privater Aufnahmen auf. Die Haltung der Schömbächlers hat bereits beeinflusst, wie der Meme geteilt und vermarktet wird.






