Reform der Regionalliga: Warum das Regionalmodell auf massiven Widerstand stößt
Charlotte JägerReform der Regionalliga: Warum das Regionalmodell auf massiven Widerstand stößt
Vorschlag zur Reform der Regionalliga löst scharfe Kritik aus
Ein geplanter Reformvorschlag für das deutsche Regionalliga-System stößt auf massiven Widerstand von Vereinen und Funktionären. Das von einer Arbeitsgruppe unterstützte Regionalmodell sieht eine Umstrukturierung der Ligen vor, wird von Kritikern jedoch als ungerecht und spaltend bezeichnet. Immer mehr Befürworter setzen stattdessen auf ein alternatives Konzept, das als Kompassmodell bekannt ist.
Die Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform sprach sich einstimmig für eine Vier-Ligen-Struktur aus. Ihr Regionalmodell sieht vor, die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen zusammenzulegen, während West und Südwest unverändert bleiben sollen. Nach diesem Plan würde der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) faktisch aufgelöst.
Hermann Winkler, Präsident des NOFV, verurteilte den Vorschlag als "völlig realitätsfremd". Er argumentierte, dass damit Vereine für ihre Kritik bestraft und die Regionalliga Nordost zerschlagen werde. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", bezeichnete das Vorhaben als politischen Schachzug, der den deutschen Fußball spalten werde.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, lehnte das Regionalmodell als "schlechten Witz" ab. Er warf den Fußball-Funktionären "erschreckende Fehleinschätzungen" vor. Winkler hingegen unterstützt das Kompassmodell, das die Ligeneinteilung jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnet.
Rund 70 Vereine der Aufstiegsreform-Initiative befürworten mittlerweile das Kompassmodell. Sie sehen darin ein faireres System, das bestehende Ligen nicht zerschlägt. Der Regionalplan der Arbeitsgruppe hingegen stößt bei den Beteiligten auf fast einhellige Ablehnung.
Die Zukunft des Regionalmodells bleibt nach der breiten Ablehnungswelle ungewiss. Vereine und Funktionäre haben sich hinter das Kompassmodell gestellt, das sie als ausgewogeneren Lösungsansatz betrachten. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die zuständigen Gremien ihren Kurs überdenken, bevor Änderungen in Kraft treten.






