Deutsche Bahn plant radikale Umstrukturierung unter neuer Chefin Evelyn Palla
Charlotte JägerDeutsche Bahn plant radikale Umstrukturierung unter neuer Chefin Evelyn Palla
Evelyn Palla, die neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, gab am Freitag ihre erste Jahrespressekonferenz. Dabei skizzierte sie Pläne zur Verbesserung der finanziellen Lage des Konzerns sowie der Pünktlichkeit der Züge in den kommenden Jahren. Die Ankündigungen erfolgten vor dem Hintergrund gemischter Geschäftszahlen für das Jahr 2025.
Die Deutsche Bahn verzeichnete im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von drei Prozent auf rund 27 Milliarden Euro. Auch das operative Ergebnis stieg um 630 Millionen Euro und lag damit bei einem positiven Wert von 297 Millionen Euro. Dennoch blieb das Nettoergebnis nach Steuern negativ – mit einem Verlust von 2,3 Milliarden Euro.
Palla kündigte eine umfassende Umstrukturierung an, um das Unternehmen effizienter aufzustellen. Im Rahmen dessen sollen bei DB Cargo 6.200 Stellen abgebaut und unrentable Verkehrsleistungen schrittweise eingestellt werden. Gleichzeitig warnte sie, dass die Umsätze künftig aufgrund umfangreicher Infrastrukturmodernisierungen bis 2036 zurückgehen könnten.
Bei der Pünktlichkeit setzte sich Palla das Ziel, den Anteil pünktlicher Fernzüge von derzeit 60 auf 70 Prozent bis 2029 zu steigern. Einen neuen Fertigstellungstermin für den Bahnknoten Stuttgart 21 verschob sie jedoch auf den Sommer. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder schlug unterdessen ein Maßnahmenpaket vor, um die Zuverlässigkeit des deutschen Schienennetzes zu erhöhen.
Die Deutsche Bahn steht vor einem langen Weg zur Profitabilität und besseren Servicequalität. Die Umstrukturierungspläne und Infrastrukturprojekte werden Jahre in Anspruch nehmen, bis sie vollständig umgesetzt sind. Bis dahin bleiben trotz operativer Fortschritte die finanziellen Verluste bestehen.






