RAW-Gelände in Berlin: Räumungsklagen bedrohen Clubs wie Cassiopeia
Charlotte JägerRAW-Gelände in Berlin: Räumungsklagen bedrohen Clubs wie Cassiopeia
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines langjährigen kulturellen Zentrums, ist derzeit ungewiss. Das Areal, das einst die Reichsbahn-Werkstätten beherbergte, ist heute Heimat von Clubs, Bars, Konzertlocations und anderen kulturellen Einrichtungen. Ein Streit über die weitere Entwicklung des Geländes setzt einige Mieter, darunter den Club Cassiopeia, ab nächster Woche akut von Räumungsklagen bedroht.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen die Kurth-Gruppe, der Berliner Senat und der lokale Bezirk. Uneinig ist man sich darüber, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und welche historischen Hallen erhalten bleiben müssen. Im Januar beantragte die Kurth-Gruppe ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren für den Wohnungsbau, doch Senat und Bezirk lehnten den Antrag Mitte Mai ab.
Seit dem Fall der Berliner Mauer hat sich das RAW-Gelände stark gewandelt. Heute umfasst es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen, einen Weihnachtsmarkt und einen Flohmarkt. Trotz seiner kulturellen Bedeutung bleibt die Zukunft des Geländes ungewiss.
Die Proteste haben bereits begonnen. Dutzende Menschen zogen unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ über den Kurfürstendamm und demonstrierten gegen die geplanten Räumungen.
Der Club Cassiopeia und andere Mieter könnten bereits in den kommenden Tagen das Gelände verlassen müssen. Die Ablehnung des beschleunigten Baugenehmigungsverfahrens hat den grundsätzlichen Dissens nicht gelöst. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob das RAW-Gelände seine kulturelle Identität bewahrt oder einer tiefgreifenden Umgestaltung unterzogen wird.
