19 April 2026, 12:06

Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent

Eine große Gruppe von Menschen in Masken geht eine von Bäumen gesäumte Straße in Berlin entlang, einige halten Fahrräder, mit Gebäuden, Ampeln und Schildern im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.

Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent

Rund 1.000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten versammelten sich in Berlin, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die Kundgebung fand vor dem Bundesgesundheitsministerium statt, wo Rednerinnen und Redner eine Senkung der Erstattungssätze um 4,5 Prozent scharf kritisierten. Die Änderungen sollen am 1. April in Kraft treten – sofern die Behörden nicht einschreiten.

Der Protest folgte einem Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses, dem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), des GKV-Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen sowie unabhängige Expertinnen und Experten angehören. Diese Gruppe hatte die Kürzung um 4,5 Prozent beschlossen und damit Empörung unter Fachleuten der psychotherapeutischen Versorgung ausgelöst.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten trugen Plakate mit Slogans wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch kalkuliert" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen". Die Aktionsallianz Psychotherapie forderte die sofortige Rücknahme der Entscheidung. Die KBV, die die Interessen der Vertragsärzte vertritt, lehnte die Kürzungen ebenfalls ab und kündigte rechtliche Schritte an.

Auf der Kundgebung sprachen sich auch Politikerinnen wie Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) und Heidi Reichinnek (Die Linke) gemeinsam mit Psychotherapeutinnen gegen das Vorhaben aus. Das Bundesgesundheitsministerium unter Leitung von Ministerin Nina Warken (CDU) hat bis Mitte Mai Zeit, die Kürzungen zu prüfen und gegebenenfalls zu stoppen.

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Sollte das Ministerium nicht eingreifen, treten die Honorarkürzungen wie geplant am 1. April in Kraft. Mögliche Klagen der KBV und der anhaltende Druck der Protestierenden könnten das Ergebnis jedoch noch beeinflussen. Die Entscheidung lässt viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten besorgt um die Zukunft der Finanzierung psychotherapeutischer Behandlungen zurück.

Quelle